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Laufbahn der Bundeswehr: Alle Laufbahnen im Überblick

Welche Laufbahn der Bundeswehr passt zu deinem Abschluss? Mannschaften, Feldwebel, Offiziere: Zugang, Dienstzeit und Auswahlverfahren im Überblick.

Bundeswehr-Soldaten in Uniform marschieren mit Trommeln bei einer feierlichen militärischen Zeremonie im Freien.

Wer sich bei der Bundeswehr bewerben will, stößt schnell auf einen Begriff, der über fast alles entscheidet: die Laufbahn. Sie bestimmt, welche Aufgaben du übernimmst, wie lange du dich verpflichtest, welche Dienstgrade dir offenstehen und wie viel du verdienst. Und sie hängt in erster Linie von deinem Bildungsstand ab.

Dieser Artikel ordnet das Thema von Grund auf: erst die rechtliche Struktur nach der Soldatenlaufbahnverordnung, dann die einzelnen Laufbahnen mit ihren Zugangsvoraussetzungen und Verpflichtungszeiten, zum Schluss das Auswahlverfahren. Denn ein Punkt wird oft übersehen: Der Schulabschluss öffnet dir eine Laufbahn, die Einstellung entscheidet er nicht.

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Die Laufbahnen der Bundeswehr im Überblick

Rechtlich maßgeblich ist die Soldatenlaufbahnverordnung, kurz SLV. Sie unterteilt die militärischen Laufbahnen in drei Laufbahngruppen: Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere. Alles Weitere ordnet sich darunter ein.

Innerhalb dieser drei Gruppen gibt es Fach- und Spezialrichtungen. Für einen praxisnahen Vergleich lassen sich neun Laufbahnen beziehungsweise Laufbahnrichtungen gegenüberstellen: Mannschaften, Fachunteroffiziere, Feldwebel im Truppendienst, Feldwebel im allgemeinen Fachdienst sowie fünf Offizierslaufbahnen im Truppendienst, Sanitätsdienst, Militärmusikdienst, Geoinformationsdienst und militärfachlichen Dienst.

Diese Unterscheidung ist wichtig, weil viele Übersichten Laufbahngruppe, Laufbahn und Dienstgrad vermischen. Die Laufbahngruppe ist die rechtliche Klammer. Die Laufbahn beschreibt die Fachrichtung. Der Dienstgrad zeigt die Stellung innerhalb der militärischen Hierarchie. Wer nach der Reihenfolge bei der Bundeswehr fragt, meint meist die Dienstgrade, muss aber zuerst die Laufbahngruppe kennen.

Welcher Abschluss öffnet welche Laufbahn

Der schulische Bildungsstand ist das erste Sortierkriterium. Die Spanne reicht von der erfüllten Vollzeitschulpflicht bis zur Studienberechtigung.

Laufbahn Schulabschluss
Mannschaften Vollschulzeit
Unteroffizier Hauptschulabschluss
Feldwebel Mittlere Reife oder Hauptschule mit Berufsabschluss
Offizier Fachhochschulreife oder Abitur

Innerhalb der Offizierslaufbahnen wird noch feiner differenziert. Für den Sanitätsdienst brauchst du die Zugangsvoraussetzungen für alle deutschen Hochschulen, für den Geoinformationsdienst die Berechtigung zu einem geowissenschaftlichen Studium, für den Militärmusikdienst mindestens die Fachhochschulreife plus eine bestandene Aufnahmeprüfung. Der militärfachliche Dienst verlangt dagegen mindestens einen Realschulabschluss.

Eine allgemeingültige Antwort auf die Frage, welche Laufbahngruppe die beste ist, gibt es nicht. Entscheidend sind dein Bildungsstand, das gewünschte Aufgabenprofil und die Frage, ob du eher fachliche Spezialisierung, militärische Führung oder ein Studium anstrebst.

Wo die Laufbahnen ausgeübt werden

Soldatinnen und Soldaten dienen in den Teilstreitkräften Heer, Luftwaffe und Marine sowie in der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum und im Unterstützungsbereich. Der Sanitätsdienst und die Streitkräftebasis kommen als weitere militärische Organisationsbereiche hinzu.

Fast jede Laufbahn ist in mehreren dieser Bereiche vertreten. Feldwebel etwa arbeiten im Heer, bei der Luftwaffe, bei der Marine, in der Streitkräftebasis, im Sanitätsdienst und im Cyber- und Informationsraum. Neben den Uniformträgern beschäftigt die Bundeswehr laut eigenen Angaben rund 82.000 Beamtinnen, Beamte und Tarifbeschäftigte.

Mannschaften: der Einstieg mit erfüllter Schulpflicht

Junge Bundeswehr-Soldaten in der Grundausbildung bei einer taktischen Übung, liegend mit dem Gewehr im Anschlag.
§ 10 der SLV regelt die Einstellung in eine Laufbahn der Mannschaften. Als Bildungsminimum genügt die erfüllte Vollzeitschulpflicht. Ein bestimmter Schulabschluss wird nicht zwingend verlangt, eine abgeschlossene Berufsausbildung ebenfalls nicht.

Die Mannschaften tragen die niedrigsten Dienstgrade, haben aber das vielseitigste Aufgabenfeld in den Streitkräften. Ob als Ladeschützin im Kampfpanzer, als Sanitätssoldat im Rettungszentrum, im Geschäftszimmer einer Kompanie oder als Diensthundeführerin: Nach der Grundausbildung und einer Einarbeitung auf dem künftigen Dienstposten übernehmen sie früh Verantwortung.

Die Laufbahn steht jedem deutschen Staatsbürger und jeder deutschen Staatsbürgerin offen. Das Mindestalter beträgt 17 Jahre; wer noch keine 18 ist, braucht die schriftliche Einwilligung eines Erziehungsberechtigten.

Verpflichtungszeiten und Freiwilliger Wehrdienst

Ein Soldat auf Zeit in der Laufbahngruppe der Mannschaften muss sich laut bundeswehr.de für mindestens ein Jahr verpflichten. Die maximale Dienstzeit in der Mannschaftslaufbahn beträgt 25 Jahre, vorbehalten ist das allerdings nur noch den Korporalen und Stabskorporalen.

Auch wer über den Freiwilliger Wehrdienst zur Truppe kommt, schlägt die Mannschaftslaufbahn ein. Die Bundeswehr nennt hier individuelle Verpflichtungszeit-Spannen von sechs bis elf Monaten. Danach ist eine Weiterverpflichtung auf Zeit möglich.

Dienstgrade der Mannschaften

Die Beförderung folgt festen Mindestdienstzeiten, die § 11 SLV vorgibt. Zum Gefreiten geht es frühestens nach drei Monaten, zum Hauptgefreiten nach zwölf Monaten, zum Stabsgefreiten nach 36 Monaten. Die Spitzendienstgrade Korporal und Stabskorporal setzen sieben beziehungsweise zehn Jahre voraus.

Dienstgrad Mindestdienstzeit NATO-Rang
Schütze, Flieger, Matrose Einstiegsdienstgrad OR-1
Gefreiter 3 Monate OR-2
Obergefreiter 6 Monate OR-3
Hauptgefreiter 12 Monate OR-3
Stabsgefreiter 36 Monate, davon mindestens 12 Monate seit Ernennung zum Hauptgefreiten OR-4
Oberstabsgefreiter 48 Monate, davon mindestens 12 Monate seit Ernennung zum Stabsgefreiten OR-4
Korporal 7 Jahre, davon mindestens 12 Monate seit Ernennung zum Oberstabsgefreiten OR-4
Stabskorporal 10 Jahre, davon mindestens 12 Monate seit Ernennung zum Korporal OR-4

Die Besoldung in dieser Laufbahngruppe orientiert sich an den Besoldungsgruppen A3 bis A6. Die folgenden Werte sind beispielhafte Bruttobeträge für die niedrigste Gruppe und Stufe der jeweiligen Tabelle.

Dienstgrad Besoldungsgruppe Sold*
Mannschaften im niedrigsten Dienstgrad A3 2.700€
Gefreiter A3 mit Zulage 2.700€ + Zulage
Obergefreiter A4 2.700€
Hauptgefreiter A4 mit Zulage 2.700€ + Zulage
Stabsgefreiter A5 2.700€
Oberstabsgefreiter A5 mit Zulage 2.700€ + Zulage
Korporal A6 2.800€
Stabskorporal A6 mit Zulage 2.800€ + Zulage

Fachunteroffiziere: Spezialisten ohne Portepee

Die Laufbahngruppe der Unteroffiziere gliedert sich in zwei Dienstgradgruppen: Unteroffiziere mit Portepee und Unteroffiziere ohne Portepee. Die Fachunteroffizier-Laufbahn gehört zum Bereich ohne Portepee, geregelt in den §§ 13 bis 16 SLV.

Ohne Portepee sind die Dienstgrade Unteroffizier, Stabsunteroffizier und Fahnenjunker bei Heer und Luftwaffe, in der Marine entsprechend Maat, Obermaat und Seekadett. Zur Gruppe mit Portepee zählen Feldwebel, Oberfeldwebel, Hauptfeldwebel, Stabsfeldwebel und Oberstabsfeldwebel beziehungsweise Bootsmann bis Oberstabsbootsmann.

Für die Laufbahn der Fachunteroffiziere ist mindestens ein Hauptschulabschluss erforderlich. Auch hier gilt: deutsche Staatsangehörigkeit, Mindestalter 17 Jahre, bei Minderjährigen die schriftliche Einverständniserklärung eines Erziehungsberechtigten.

Fachunteroffiziere arbeiten als Spezialistinnen und Spezialisten des Fachdienstes und können leitende Funktionen gegenüber Mannschaften wahrnehmen. Viele spezialisieren sich im allgemeinen Fachdienst, im Sanitätsdienst oder im Militärmusikdienst. Die reguläre Dienstzeit beträgt nach Angaben der Bundeswehr drei bis zwölf Jahre als Soldat auf Zeit. Eine Übernahme in das Dienstverhältnis eines Berufssoldaten ist möglich.

Dienstgrad Besoldungsgruppe Sold*
Unteroffizier/Maat A 5 2.700€
Fahnenjunker/Seekadett A 5 2.700€
Stabsunteroffizier/Obermaat A 6 oder A 7 2.800€ oder 2.900€

Feldwebel im Truppendienst: Führung und Fachexpertise

Feldwebel instruiert einen Soldaten bei einer Übung zur korrekten Handhabung der Waffe im Gelände.
Die §§ 17 bis 21 der SLV regeln Einstellung, Beförderung und Aufstieg in den Laufbahnen der Feldwebel. Vorausgesetzt wird ein Realschulabschluss oder ein Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer abgeschlossenen, förderlichen Berufsausbildung.

Als Feldwebel oder Bootsmann gehörst du gemeinsam mit den Offizieren zur Führungsebene. Die Verantwortung ist mit der Meisterebene in der zivilen Wirtschaft vergleichbar: fachliche Expertise auf der einen Seite, militärische Vorgesetztenverantwortung auf der anderen.

Im Truppendienst wirst du zum Beispiel als Truppführer, Gruppenführer oder Zugführer eingesetzt. Eine Gruppe umfasst bis zu zehn Soldatinnen und Soldaten, ein Zug etwa 30 bis 60. Dazu gehören Ausbildung, Erziehung und Führung des unterstellten Personals.

Die Bundeswehr nennt für Feldwebel eine reguläre Dienstzeit von acht bis 13 Jahren. Abhängig von Verwendung und individueller Qualifikation sind abweichende Dienstzeiten möglich, ebenso die Übernahme als Berufssoldatin oder Berufssoldat.

Dienstgrad Besoldungsgruppe Sold*
Feldwebel/Bootsmann A 7 2.900€
Fähnrich/Fähnrich zur See A 7 2.900€
Oberfeldwebel/Oberbootsmann A 7 mit Zulage 2.900€ + Zulage
Hauptfeldwebel/Hauptbootsmann A 8 mit Zulage 3.100€ + Zulage
Oberfähnrich/Oberfähnrich zur See A 8 mit Zulage 3.100€ + Zulage
Stabsfeldwebel/Stabsbootsmann A 9 3.300€
Oberstabsfeldwebel/Oberstabsbootsmann A 9 mit Zulage 3.300€ + Zulage
Dein Weg zur BundeswehrMusterung, Laufbahn und Einstellungstest, ohne erfundene Zahlen erklärt.

Feldwebel im allgemeinen Fachdienst: Beruf und Uniform verbinden

Militärische LKWs und eine große Radaranlage als technische Ausrüstung im Fachdienst der Bundeswehr.
Der allgemeine Fachdienst ist eine eigene Richtung innerhalb der Feldwebellaufbahn. Daneben stehen der Truppendienst, der Geoinformationsdienst, der Militärmusikdienst und der Sanitätsdienst zur Wahl.

Der entscheidende Unterschied liegt in der mitgebrachten Qualifikation. Mit einer abgeschlossenen Berufs- oder Meisterausbildung, die für einen Bundeswehrbereich relevant ist, kannst du als Feldwebel im allgemeinen Fachdienst arbeiten, etwa als Fluggerätefeldwebel, Materialdisponent oder Brandschutzfeldwebel. Abhängig von deinen beruflichen Qualifikationen und Erfahrungen ist eine Einstellung mit höherem Dienstgrad möglich.

Auch hier bleibst du Fachkraft und militärischer Vorgesetzter zugleich. Die üblichen Bildungswege entsprechen denen des Truppendienstes: Realschulabschluss oder Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung.

Zur Dienstzeit gibt es unterschiedliche Angaben. Liegt die übliche Dienstzeit bei zwölf Jahren und verlängert sich auf 13 Jahre, wenn du eine zivilberufliche Ausbildung im allgemeinen Fachdienst oder Sanitätsdienst absolvierst; kürzere Dienstzeiten von acht Jahren und Verlängerungen bis 25 Jahre werden ebenfalls genannt. Als offizielle Rahmenangabe der Bundeswehr für Feldwebel gelten die bereits erwähnten acht bis 13 Jahre.

Offiziere im Truppendienst: Studium und Führungsverantwortung

Ein Bundeswehr-Offizier in Uniform arbeitet am Laptop im Büro an administrativen Aufgaben im Stabsgebäude.
Die §§ 23 bis 27 der SLV regeln Einstellung, Beförderung und Aufstieg in der Offizierslaufbahn des Truppendienstes. Verlangt werden die allgemeine Hochschulreife, eine fachgebundene Hochschulreife, die Fachhochschulreife oder ein gleichwertig anerkannter Bildungsstand.

Offiziere führen Kompanien und Bataillone, arbeiten in Stäben und im Verteidigungsministerium. Entsprechend werden sie länger und intensiver vorbereitet als Mannschaften und Unteroffiziere: praktische militärische Ausbildung plus akademisches Studium.

An der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg und der Universität der Bundeswehr in München stehen rund 50 Bachelor- und Masterstudiengänge zur Auswahl, darunter Psychologie, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Pädagogik. Angehende Militärärzte und Pharmazeuten studieren an einer zivilen Hochschule.

Die Eignung wird im Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr in Köln geprüft. Die regelmäßige Verpflichtungszeit im Truppendienst beträgt 13 bis 17 Jahre.

Dienstgrad Besoldungsgruppe Sold*
Leutnant/Leutnant zur See A 9 3.300€
Oberleutnant/Oberleutnant zur See A 10 3.500€
Hauptmann/Kapitänleutnant A 11 oder A 12 4.000€ oder 4.300€
Stabshauptmann/Stabskapitänleutnant A 13 oder A13 mit Zulage 5.000€ oder 5.000€ + Zulage
Major/Korvettenkapitän A 13 5.000€
Oberstleutnant/Fregattenkapitän A 14 oder A 15 5.100€ oder 6.200€
Oberst/Kapitän zur See A 16, B 2 oder B 3 6.900€, 9.000€ oder 9.600€
Brigadegeneral/Flottillenadmiral B 6 11.300€
Generalmajor/Konteradmiral B 7 11.900€
Generalleutnant/Vizeadmiral B 9 13.200€
General/Admiral B 10 oder B 10 mit Zulage 15.600€ oder 15.600€ + Zulage

Offiziere im Sanitätsdienst: der längste Weg

Die §§ 28 bis 32 der SLV regeln die Offizierslaufbahn des Sanitätsdienstes. Bewerberinnen und Bewerber müssen die Zugangsvoraussetzungen für alle deutschen Hochschulen erfüllen. Damit ist die Studienberechtigung die höchste Bildungshürde aller militärischen Laufbahnen.

Sanitätsoffiziere werden als Militärärzte oder Pharmazeuten eingesetzt, arbeiten in medizinischen Einrichtungen und operieren in Bundeswehrkrankenhäusern ihre Patienten. Neben der Humanmedizin gehören pharmazeutische und veterinärmedizinische Verwendungen dazu.

Der Preis für diese Ausbildung ist Zeit. Wegen der langen Studien- und Ausbildungsdauer beträgt die Verpflichtungszeit im Sanitätsdienst mindestens 17 Jahre. Wer diesen Weg wählt, sollte sich das früh bewusst machen.

Offiziere im Militärmusikdienst und im Geoinformationsdienst

Beide Laufbahnen sind Spezialwege innerhalb der Offizierslaufbahn und verlangen zusätzlich zum Bildungsstand einen fachlichen Nachweis.

Für den Militärmusikdienst, geregelt in den §§ 33 bis 37 SLV, ist mindestens die Fachhochschulreife oder ein gleichwertig anerkannter Bildungsstand erforderlich. Hinzu kommt eine bestandene Aufnahmeprüfung an einer Musikhochschule. Die Verpflichtungszeit für Musikoffiziere beträgt mindestens 15 Jahre.

Der Geoinformationsdienst der Bundeswehr ist in den §§ 38 bis 42 SLV geregelt. Vorausgesetzt wird die Berechtigung zu einem geowissenschaftlichen Studium, die reguläre Verpflichtungszeit liegt ebenfalls bei mindestens 15 Jahren. Wer bereits einen geowissenschaftlichen Studiengang abgeschlossen hat und relevante Berufserfahrung mitbringt, kann als Seiteneinsteiger mit höherem Dienstgrad einsteigen. Über die konkrete Einstellung entscheidet auch hier das Auswahlverfahren.

Offiziere im militärfachlichen Dienst: Zugang mit mittlerem Abschluss

Die §§ 43 bis 47 der SLV regeln die Laufbahn der Offiziere des militärfachlichen Dienstes. Erforderlich ist mindestens ein Realschulabschluss, was diese Laufbahn zur einzigen Offizierslaufbahn ohne Studienberechtigung macht.

Der Militärfachlicher Dienst zielt auf fachlich spezialisierte Verwendungen und unterscheidet sich damit deutlich vom klassischen Offiziersweg im Truppendienst. Statt Studium und breiter Führungsausbildung steht die militärfachliche Expertise im Vordergrund.

Auch Seiteneinsteiger mit den erforderlichen Befähigungsnachweisen können einsteigen. Die Bundeswehr nennt als Beispiele Nachweise für den Dienst auf einem Schiff sowie sanitätsdienstliche Verwendungen.

Bildungsabschluss und Auswahlverfahren: warum der Abschluss allein nicht genügt

Der erreichte Bildungsabschluss eröffnet den Zugang zu einer Laufbahn. Er entscheidet aber nicht über die Einstellung in eine konkrete Verwendung. Diesen Unterschied unterschätzen viele Bewerberinnen und Bewerber.

Der Prozess beginnt mit einem ausführlichen Beratungsgespräch. Dort werden schulische und berufliche Voraussetzungen, Fähigkeiten und mögliche Laufbahnen besprochen. Stehen dafür über 400 Karriereberaterinnen und -berater zur Verfügung.

Danach folgt das Auswahlverfahren. Je nach Laufbahn gehören dazu ein Einstellungstest, ein Vorstellungsgespräch, eine ärztliche Untersuchung und, außer beim Freiwilligen Wehrdienst, ein Sporttest. Für Mannschaften und Unteroffiziere ist das Auswahlverfahren häufig zweitägig.

Der kognitive Teil und das Assessmentcenter

Der schriftliche Teil des Einstellungstests wird meist am Rechner absolviert. Der CAT-Test passt die Schwierigkeit der Aufgaben dynamisch an dein Antwortverhalten an und prüft unter anderem Sprachverständnis, Mathematik, Logik und Konzentration. Wer sich vorbereitet, geht ruhiger in diesen Abschnitt.

Offiziersbewerber durchlaufen zusätzlich das zentrale Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr in Köln. Dort prüft speziell geschultes Personal die körperliche, geistige und charakterliche Eignung. Der Ärztliche Dienst beurteilt die Tauglichkeit für die Offizierslaufbahn.

Für den fliegerischen Dienst kommen zwei weitere Phasen hinzu: psychologische und medizinische Tests am Zentrum für Luft- und Raumfahrtmedizin in Köln sowie Trainingsflüge am Flugsimulator.

Von der Eignung zur Einplanung

Nach der Eignungsfeststellung werden konkrete Tätigkeits- und Studienpläne gemeinsam mit dem Bewerber erarbeitet. Diese Einplanung führt von der grundsätzlich geöffneten Laufbahn zur konkreten Verwendung.

Am Anfang jeder militärischen Karriere steht dann die Grundausbildung. Sie dauert in der Regel drei Monate und muss von allen Soldatinnen und Soldaten durchlaufen werden. Inhalte sind unter anderem körperliche Leistungsfähigkeit, Schieß- und Wachausbildung, Formal- und Gefechtsdienst, Umgang mit Waffen, Sanitätsdienst und Erste Hilfe, Rechte und Pflichten sowie die Einsatzausbildung.

Wie du jetzt weitermachst

Der schnellste Weg zur Klarheit: Prüfe zuerst, welchen Bildungsstand du mitbringst und welche Laufbahn dieser laut Übersicht öffnet. Danach vergleichst du die Verpflichtungszeiten, denn zwischen einem Jahr in der Mannschaftslaufbahn und mindestens 17 Jahren im Sanitätsdienst liegen Welten.

Wenn du zwei oder drei Laufbahnen in die engere Wahl genommen hast, vereinbare ein Beratungsgespräch. Bring Zeugnisse, Ausbildungsnachweise und konkrete Fragen mit. Parallel lohnt es sich, mit der Vorbereitung auf den Einstellungstest zu beginnen, weil der kognitive Teil und der Sporttest die häufigsten Stolpersteine sind.

Häufig gestellte Fragen

Wie ist die Reihenfolge bei der Bundeswehr?

Rechtlich unterscheidet die SLV zunächst die drei Laufbahngruppen Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere. Innerhalb dieser Gruppen folgen Fach- und Spezialrichtungen wie Feldwebel, Truppendienst, Sanitätsdienst, Militärmusikdienst oder Geoinformationsdienst.

Was für Laufbahnen gibt es bei der Bundeswehr?

Für einen praxisnahen Überblick lassen sich neun Laufbahnen beziehungsweise Laufbahnrichtungen betrachten: Mannschaften, Fachunteroffiziere, Feldwebel im Truppendienst und im allgemeinen Fachdienst sowie fünf Offiziersrichtungen. Übergeordnet gehören sie alle zu den drei Laufbahngruppen der SLV.

Welche Laufbahn bei der Bundeswehr ist die beste?

Eine allgemein beste Laufbahn gibt es nicht. Entscheidend sind dein Bildungsstand, das gewünschte Aufgabenprofil und die Frage, ob du eher fachliche Spezialisierung, militärische Führung oder ein Studium anstrebst. Der Bildungsabschluss öffnet die Laufbahn, die Einstellung hängt jedoch vom Auswahlverfahren ab.

Wie ist die Rangfolge bei der Bundeswehr?

Sinnvoll ist die Trennung zwischen Laufbahngruppe, Laufbahn und Dienstgrad. Die SLV ordnet die Laufbahngruppen Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere. Die Dienstgrade zeigen anschließend die Stellung innerhalb der jeweiligen militärischen Hierarchie.

Wie lange dauert es bis zum Offizier?

Ein einheitlicher Zeitraum lässt sich nicht für jede Verwendung angeben. Der Weg beginnt mit der dreimonatigen Grundausbildung und weiteren Lehrgängen. Das Studium an einer Universität der Bundeswehr beginnt im zweiten Dienstjahr und kann im Idealfall nach vier Jahren mit einem Master abgeschlossen werden.

Welche Laufbahnen und Dienstgrade gibt es bei der Bundeswehr?

Die drei Hauptgruppen sind Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere. Bei den Mannschaften reichen die Dienstgrade vom Einstiegsdienstgrad bis zum Stabskorporal, bei den Unteroffizieren vom Unteroffizier beziehungsweise Maat bis zum Oberstabsfeldwebel beziehungsweise Oberstabsbootsmann und bei den Offizieren vom Leutnant bis zu den General- und Admiralsdienstgraden.

Was ist die Mannschaftslaufbahn bei der Bundeswehr?

Die Mannschaftslaufbahn ist die Einstiegslaufbahn mit dem niedrigsten Dienstgradbereich und dem vielseitigsten Aufgabenfeld. Als Bildungsminimum genügt die erfüllte Vollzeitschulpflicht, eine abgeschlossene Berufsausbildung ist nicht zwingend erforderlich. Nach Ausbildung und Einarbeitung übernehmen Mannschaften früh Verantwortung in unterschiedlichen Verwendungen.

Welche Offizierslaufbahnen gibt es?

Die SLV nennt den Truppendienst, den Sanitätsdienst, den Militärmusikdienst, den Geoinformationsdienst der Bundeswehr und den militärfachlichen Dienst. Die Bildungsanforderungen reichen vom Realschulabschluss im militärfachlichen Dienst bis zur Studienberechtigung im Sanitätsdienst.

Quellen

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Dein Weg zur BundeswehrMusterung, Laufbahn und Einstellungstest, ohne erfundene Zahlen erklärt.