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Grundausbildung Bundeswehr 2026: Ablauf, Dauer und Sold

Grundausbildung Bundeswehr 2026: Dauer, Tagesablauf, Sold, Heimfahrten und Anforderungen im Überblick. Alles, was Rekrutinnen und Rekruten wissen müssen.

Bundeswehr-Soldaten marschieren in Uniform mit Gewehren im Schnee während ihrer militärischen Grundausbildung.

Wer 2026 bei der Bundeswehr anfängt, startet mit der Grundausbildung. Sie dauert in der Regel drei Monate, ist für alle verpflichtend und entscheidet darüber, ob aus einer Bewerberin oder einem Bewerber eine Soldatin oder ein Soldat wird. Seit Mai 2026 trägt dieser erste Abschnitt laut Bundeswehr offiziell den Namen Heimatschutzausbildung Streitkräfte.

Dieser Artikel beantwortet die Fragen, die vor dem Dienstantritt wirklich zählen: Wie läuft der Tag ab? Was wird trainiert? Wie viel Geld kommt aufs Konto? Und darf man am Wochenende nach Hause? Alle Angaben stammen aus offiziellen Bundeswehr-Informationen und aus Berichten über die Ausbildung.

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Grundausbildung 2026: Dauer, Bezeichnungen und Ziel

Die Grundausbildung ist der Startpunkt für jede Rekrutin und jeden Rekruten. Sie vermittelt das militärische Handwerkszeug, das jede Soldatin und jeder Soldat unabhängig von der späteren Verwendung beherrschen muss. Auf diesem Fundament baut jede weitere Ausbildung auf.

Drei Monate als allgemeiner Standard

Als allgemeiner Standard dauert die Grundausbildung in der Regel drei Monate. Die Bundeswehr nennt diese Dauer sowohl auf ihrer Karriereseite als auch in der aktuellen Beschreibung der Heimatschutzausbildung. Am Standort Hannover wird das konkret mit zwölf Wochen beziffert.

In dieser Zeit stehen laut Bundeswehr rund 500 Ausbildungsstunden an, verteilt auf sechs Lernfelder. Wer danach im Heimatschutz weitermacht, absolviert eine Fortgeschrittenen-Ausbildung mit weiteren 200 Stunden. Angeboten wird die Ausbildung an rund 150 Standorten bundesweit.

Der Dienstplan ist kompakt. Die Inhalte bauen aufeinander auf, sodass Komplexität und Intensität im Verlauf der drei Monate steigen. Wer in Woche eins noch mit dem Anziehen der Uniform beschäftigt ist, steht in Woche zehn im Gelände mit voller Ausrüstung.

Heimatschutzausbildung Streitkräfte seit Mai 2026

Seit Mai 2026 heißt die Grundausbildung in der Bundeswehr offiziell „Heimatschutzausbildung Streitkräfte“. Der neue Name ist kein reines Etikett: Die Ausbildung ist stärker darauf zugeschnitten, Rekrutinnen und Rekruten für Aufgaben im Heimatschutz zu befähigen. Die Regeldauer von drei Monaten bleibt bestehen.

Konkret heißt das: Wer die Heimatschutzausbildung abgeschlossen hat, soll Objekte bewachen und sichern können, Sicherungskräfte unterstützen und sich auf dem Gefechtsfeld bewegen. Das sind Fähigkeiten, die sowohl in der aktiven Truppe als auch in der Reserve gebraucht werden.

AGA, GA, Basisausbildung: die Begriffe im Überblick

Im Alltag und in älteren Texten kursieren mehrere Bezeichnungen. AGA steht für „Allgemeine Grundausbildung“, die frühere offizielle Bezeichnung. Daraus wurde die Grundausbildung, kurz GA. Wenn jemand von der AGA spricht, meint er also denselben Ausbildungsabschnitt, den die Bundeswehr heute Heimatschutzausbildung Streitkräfte nennt.

Ein Sonderfall ist die Basisausbildung. Laut Wikipedia und einem Fachbericht von suv.report hat das Deutsche Heer im Juli 2025 auf eine sechsmonatige Basisausbildung umgestellt, die die frühere dreimonatige Grundausbildung und die anschließende Spezialisierung zusammenfasst. Diese Variante betrifft speziell das Heer und ist nicht der allgemeine Standard für die gesamte Bundeswehr. Für den überwiegenden Teil der Rekrutinnen und Rekruten gilt weiterhin die dreimonatige Regeldauer.

Praktisch bedeutet das für Bewerber: Verlass dich auf die Angaben deiner Einberufungsunterlagen und deines Karriereberaters. Die Bezeichnung kann je nach Organisationsbereich abweichen, der Kern der Ausbildung bleibt vergleichbar.

Gemeinsames Fundament für alle Teilstreitkräfte

Die Ausbildung ist für angehende Soldatinnen und Soldaten unabhängig von ihrer späteren Teilstreitkräfte-Zugehörigkeit oder ihrem Organisationsbereich vorgesehen. Heer, Luftwaffe, Marine, Cyber- und Informationsraum, Streitkräftebasis, Zentraler Sanitätsdienst: Alle starten mit denselben Grundlagen.

Das hat einen praktischen Grund. Harmonisierte Inhalte machen Wechsel zwischen den Bereichen möglich, etwa vom Heer zur Luftwaffe. Und im Ernstfall müssen alle Soldatinnen und Soldaten grundlegende militärische Aufgaben gemeinsam erfüllen können, ohne dass erst Ausbildungslücken geschlossen werden müssen.

Ausbildungsabschnitt Dauer
Bundeswehr-Grundausbildung 3 Monate
Verpflichtungszeit in der Laufbahngruppe Mannschaften 4 Jahre
Probezeit in der Laufbahngruppe Mannschaften 6 Monate

Der Dienstantritt: Anreise, Einkleidung und erste Regeln

Der erste Tag folgt einem festen Muster. Man fährt zur Kaserne, parkt vor dem Tor und geht mit dem Einberufungsbescheid zur Wache. Danach beginnt die sogenannte Einschleusung: Erfassung der persönlichen Daten, Zuteilung zu einem Zug und einer Stube, ärztliche Untersuchungen.

Für die Anreise empfiehlt der offizielle Leitfaden für den Standort Hannover ordentliche, wetterangepasste zivile Kleidung und festes Schuhwerk. Wer vorher schon regelmäßig Sport treibt und die Dienstgrade sowie das Nato-Alphabet lernt, startet deutlich entspannter.

Ausgabe von Uniform und persönlicher Ausrüstung

Die Einkleidung gehört zu den ersten Terminen. Rekrutinnen und Rekruten erhalten Uniformen, Stiefel, Rucksäcke, Sportkleidung und Ausrüstung für das Überleben im Gelände: Essgeschirr, Klappspaten, Schlafsack und Zelt. Dazu kommt die Schutzausrüstung für den Kampf mit Helm, Schutzweste und Schutzbrille.

Insgesamt sind das laut Bundeswehr über 100 Artikel, vom Socken bis zum Taschenmesser. Diese Ausstattung muss ab dem ersten Tag gepflegt, sortiert und im Spind ordentlich verstaut werden. Spindkontrollen gehören zum Alltag.

Formaldienst und rechtliche Grundlagen

Nach der Einkleidung steht der Formaldienst an. Dabei geht es um korrekte militärische Umgangsformen: Grüßen, Antreten, Melden, Marschieren im Verband. Das wirkt anfangs kleinlich, schafft aber die gemeinsame Basis, auf der später jede Ausbildung im Verband funktioniert.

Parallel lernen die Rekrutinnen und Rekruten die rechtlichen Grundlagen des Soldatenberufs kennen, dazu Rechte und Pflichten sowie die Grundsätze der Innere Führung. Am Standort Hannover ist die Innere Führung ausdrücklich Bestandteil des ersten Ausbildungsmonats, gemeinsam mit Sanitätsausbildung und Fernmeldewesen.

Die Inspektionschefs in Hannover, Hauptmann Frers und Hauptmann Bergann, beschreiben die zwölf Wochen als interessante, erlebnisreiche und fordernde Zeit, die prägend für die gesamte Dienstzeit ist. Die Inspektion sei die erste militärische Heimat und Ansprechpartner für alle Belange.

Wochenablauf und typischer Tagesrhythmus

Der Tagesablauf ist eng getaktet. Wer wissen will, worauf er sich einlässt, sollte den Rhythmus kennen, bevor er das erste Mal um kurz nach fünf geweckt wird.

Wecken, Antreten, erster Druck

Der Tag beginnt typischerweise zwischen 5:00 und 5:30 Uhr, je nach Standort. Innerhalb weniger Minuten müssen Anziehen, Körperhygiene und das Bettenmachen erledigt sein. Dann folgt das erste Antreten auf dem Flur oder auf dem Hof.

In der Tagesschau-Reportage über eine Grundausbildung beschreibt Rekrut Jan den Umstieg so: Um 5 Uhr beginne der Tag, Körperhygiene, Antreten, keine Minute Spielraum. Ein Ausbilder macht klare Ansagen zum Tempo bei der Morgenroutine. Um 6:15 Uhr gibt es Frühstück.

Ein praktischer Tipp aus Erfahrungsberichten: Kleidung am Vorabend bereitlegen, Waschsachen griffbereit halten und das schnelle Bettenmachen vorher zu Hause üben. Jede Minute zählt in den ersten Wochen.

Vormittag: Unterricht, Drills und Theorie

Zwischen etwa 8:00 und 12:00 Uhr liegt oft der theoretische und formale Schwerpunkt. Exerzierdienst, Marschieren, Befehlsannahme, erste Einweisung an der Waffe, Sicherheitsschulungen, Rechtskunde und Formaldienst füllen den Vormittag.

Hier lernt man, im Zug zu funktionieren, Kommandos schnell umzusetzen und trotz Stress aufmerksam zuzuhören. Erfahrungsberichte von Rekruten empfehlen, ein Notizbuch mitzuführen und Abläufe mitzuschreiben, statt so zu tun, als hätte man alles verstanden.

Nachmittag: Gefechtsdienst, Gelände, Praxis

Am Nachmittag, grob zwischen 13:00 und 17:00 Uhr, wird es praktisch. Gefechtsdienst im Gelände, Schießbahn, Sanitätsausbildung, Marschtraining, ABC-Schutz oder Hindernisbahn stehen auf dem Plan.

Jetzt zählen körperliche Belastbarkeit, Teamwork und die Fähigkeit, auch mit nasser Kleidung, Dreck und wenig Komfort zu funktionieren. Wer hier ehrlich zu sich ist, merkt schnell, ob der Soldatenberuf zu ihm passt. Gut eingelaufene Stiefel, Blasenpflaster, genug Wasser und ein sinnvoll gepackter Rucksack machen laut Erfahrungsberichten den Unterschied zwischen Durchhalten und Durchleiden.

Abend: Reinigung, Pflege, Vorbereitung

Der Dienst endet nicht mit dem letzten Ausbildungsabschnitt. Die Abendroutine, etwa zwischen 17:00 und 22:00 Uhr, umfasst Reinigung, Ausrüstungspflege, Spindkontrollen, theoretische Einheiten und die Vorbereitung auf den nächsten Tag.

Für den Standort Hannover nennt die Bundeswehr eine reguläre Dienstzeit von 7:00 bis 16:30 Uhr, weist aber ausdrücklich darauf hin, dass der Dienst gerade zu Beginn oft länger dauert. Ein Dienstplan hängt wöchentlich aus und informiert über die konkreten Zeiten und Ausbildungsabschnitte.

Militärisches Handwerk: Gefechtsdienst, Waffen und Wachdienst

Der inhaltliche Kern der Ausbildung ist das militärische Grundhandwerk. Die folgende Übersicht zeigt am Beispiel Hannover, wie sich die Inhalte über die drei Monate verteilen.

Monat 1 Monat 2 Monat 3
* Einschleusung
  • Innere Führung
  • Sanitätsausbildung
  • Fernmeldewesen | * Ausbildung ABC-Abwehr
  • Waffenausbildung am Gewehr G36 und Pistole P8
  • Schießausbildung
  • Gefechtsdienst
  • Wachausbildung
  • Gefechtsdienst: Leben im Felde (Biwak) | * Schießausbildung
  • Truppenübungsplatzaufenthalt: Rekrutenbesichtigung (Biwak – Überprüfung des Erlernten)
  • Feierliches Gelöbnis
  • Ausschleusung |

Waffen- und Schießausbildung

Die Schießausbildung beginnt nicht mit scharfer Munition. Zunächst stehen Trockentraining und Simulatorübungen an, bevor am Ende der scharfe Schuss folgt. Ausgebildet wird am Sturmgewehr G36 und an der Pistole P8.

In der Tagesschau-Reportage steht das Schießen nach zwei Dritteln der Ausbildung auf dem Plan. Ausbilder Christoph erklärt den Ansatz sachlich: Zuerst werde auf den Rumpf gezielt, weil dort die größte Angriffsfläche sei.

„Es geht ja darum, sein eigenes Leben zu schützen und die Person zu stoppen und nicht darum, einfach willkürlich Menschen umzubringen.“ — Ausbilder Christoph

Biwak und Leben im Felde

Der Gefechtsdienst führt früher oder später ins Gelände. Übungslager und Biwak vermitteln das Leben im Feld: Stellungen anlegen, Alarmposten beziehen, sich orientieren, unter einfachen Bedingungen essen und schlafen.

Die Tagesschau beschreibt ein Biwak über drei Tage und zwei Nächte. Das Gepäck schätzen die Rekruten in der Reportage auf 40 bis 50 Kilogramm. Beim Abschluss-Biwak im dritten Monat wird zusätzlich ein Parcours absolviert, bei dem die Ausbilder gezielt die eigenen Grenzen ausloten lassen.

Sicherungs- und Wachaufgaben

Der Wachdienst ist ein eigener Ausbildungsschwerpunkt. Dazu gehören die Absicherung von Anlagen, die Ausweiskontrolle und die Überprüfung von Fahrzeugen auf Sprengsätze. Diese Fähigkeiten sind der praktische Kern des Heimatschutzauftrags.

Nach der Ausbildung sollen Soldatinnen und Soldaten Objekte bewachen und sichern, Sicherungskräfte unterstützen und sich auf dem Gefechtsfeld bewegen können. Das ist der Maßstab, an dem die drei Monate ausgerichtet sind.

Erste Hilfe, ABC-Abwehr, Drohnen und militärische Sicherheit

Neben dem klassischen Handwerk hat die Bundeswehr Inhalte ergänzt, die auf aktuelle Bedrohungslagen reagieren. Die Modernisierung begründet die Bundeswehr mit der angespannten sicherheitspolitischen Lage in Europa und mit Erkenntnissen aus aktuellen Konflikten.

Einsatzersthelfer A

Rekrutinnen und Rekruten werden als Einsatzersthelfer A ausgebildet. Das geht deutlich über einen zivilen Erste-Hilfe-Kurs hinaus: Es geht um lebensrettende Sofortmaßnahmen unter militärischen Bedingungen. Die Sanitätsausbildung startet am Standort Hannover schon im ersten Monat.

Die Qualifikation ist eine der praktisch wertvollsten aus der gesamten Ausbildung, weil sie auch im zivilen Leben Bestand hat.

Drohnenabwehr und Cyber-Awareness

Ein besonderes Augenmerk liegt laut Bundeswehr auf Drohnen und Drohnenabwehr, auf Cyber-Awareness und auf der persönlichen, individuellen Resilienzvorsorge. Laut einem Bericht der Bild-Zeitung über die entsprechende Weisung ist eine Grundausbildung im Umgang mit Drohnen bereits in den ersten zwölf Wochen vorgesehen.

Die Resilienzvorsorge zielt darauf ab, wie man sich im zivilen Leben auf einen Krisenfall vorbereitet. Das ist neu und passt zum Heimatschutzgedanken der aktuellen Ausbildung.

ABC-Abwehr, Sperren und Völkerrecht

Zu den gemeinsamen Inhalten aller Teilstreitkräfte gehören laut Bundeswehr unter anderem die ABC-Abwehr mit ersten Kenntnissen zum Schutz vor biologischen oder chemischen Kampfstoffen, sanitätsdienstliche Kenntnisse, die sichere Waffenhandhabung, die Schießausbildung, das Anlegen von Sperren und Grundlagen des Völkerrechts.

Am Standort Hannover startet die ABC-Abwehr im zweiten Ausbildungsmonat, parallel zur Waffenausbildung. Die Kombination ist kein Zufall: Beides zusammen bildet die Grundlage für den Gefechtsdienst unter erschwerten Bedingungen.

Dein Weg zur BundeswehrMusterung, Laufbahn und Einstellungstest, ohne erfundene Zahlen erklärt.

Sport, BFT und körperliche Belastbarkeit

Körperliche Leistungsfähigkeit ist keine Nebensache, sondern Dienstvoraussetzung. Sport und Military Fitness sind zentrale Bestandteile der Ausbildung, weil körperliche und mentale Fitness für die Einsatzbereitschaft nötig sind.

Sport steht verbindlich auf dem Dienstplan, laut der Bundeswehr-Regelung „Sport und Körperliche Leistungsfähigkeit“ idealerweise dreimal pro Woche. Fast alle Kasernen verfügen über Krafträume, Sport- und Schwimmhallen sowie Saunen, die vieles davon auch nach Dienstschluss nutzbar machen. Am Standort Hannover ist die Sportausbildung in Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination über die gesamte Grundausbildung verteilt.

Basis-Fitness-Test und Individuelle Grundfertigkeiten

Der jährliche Basis-Fitness-Test besteht aus drei Disziplinen: Pendellauf, Klimmhang und 1.000-Meter-Ausdauerlauf. Der BFT wird bereits in der Grundausbildung eingesetzt und begleitet Soldatinnen und Soldaten danach durch die gesamte Dienstzeit.

Dazu kommen die Individuellen Grundfertigkeiten, kurz IGF. Die offiziellen Anforderungen der Bundeswehr sehen so aus:

Disziplin Anforderung
Marschieren Mit 15 Kilogramm Gepäck sechs Kilometer in maximal 60 Minuten
Schwimmen 100 Meter Kleiderschwimmen in maximal vier Minuten
Basis-Fitness-Test Pendellauf, Klimmhang und 1.000-Meter-Lauf

Wer den Basis-Fitness-Test und die Marschanforderung im Blick hat, kann sich gezielt vorbereiten. Laufen, Radfahren, Kraft- und Beweglichkeitsübungen vor dem Dienstantritt verringern die körperliche Belastung und den Muskelkater in den ersten Wochen spürbar.

Die Hindernisbahn

Das Gefechtsfeld ist kein ebener Exerzierplatz. Deshalb trainiert die Truppe auf der Hindernisbahn das sichere Bewegen über Stock und Stein: durch Drahtgassen kriechen, eine zwei Meter hohe Holzwand bezwingen, zügig aus einem Graben herauskommen.

Hindernis
Erdwall (0,8 m Höhe)
Stützbalken (1,3 m Höhe)
Sprunggerüst (2,7 m Höhe)
Kampfstand mit Zielfeld (Handgranatenwurf min. 20 Meter)
Palisadenreihen (sechs Stück)
Doppelquerbalken (erster Balken über einen halben Meter hoch)
Graben (2,2 m tief)
Holzwand (2 Meter hoch)
Zielsprungwanne
Balkengraben (2 Meter breit)
Drahtgasse (45 cm niedrig)
Balancebalken (sechs Meter lang)

Zu Beginn überwinden Rekrutinnen und Rekruten die zwölf Hindernisse lediglich im Feldanzug. Später, im Gefechtsanzug mit Rucksack, Helm und Waffe, kommen laut Bundeswehr alle an ihre Grenzen. Genau darin liegt der Sinn der Übung.

Soldaten in Uniform stehen an der Essensausgabe einer Truppenküche und nehmen ihre Verpflegung auf Tabletts entgegen.

Unterkunft, Ausrüstung, Verpflegung und Kameradschaft

Der Dienst in der Bundeswehr ist Dienst in einer militärischen Gemeinschaft. Das prägt den Alltag stärker als die meisten erwarten.

Stube, Spind und wenig Privatsphäre

Untergebracht wird in Mehrbettzimmern mit eigenem Bett und Spind. Beim Heer heißt das Zimmer Stube, bei der Marine Kammer. In den ersten Monaten teilen sich Rekrutinnen und Rekruten das Zimmer getrennt nach Geschlechtern.

Der Mangel an Privatsphäre ist für viele der härteste Teil. Man teilt Raum, Zeitplan und Sanitärbereich mit Menschen, die man sich nicht ausgesucht hat. Die konkrete Ausstattung kann je nach Standort variieren, das Grundprinzip bleibt.

Verpflegung in der Truppenküche

Gegessen wird gemeinsam mit den Kameradinnen und Kameraden, und zwar pünktlich. Drei Mahlzeiten täglich in der Truppenküche kosten laut Bundeswehr rund zehn Euro pro Tag. Diese Kosten trägt man selbst, sie sind nicht im Sold enthalten.

Kameradschaft entsteht durch gemeinsame Entbehrungen

Gemeinsam erreichte Erfolge und gemeinsam überstandene Entbehrungen schweißen zusammen. Die Kameradschaft aus der Grundausbildung bleibt laut Bundeswehr den meisten Soldatinnen und Soldaten ihr ganzes Berufsleben in guter Erinnerung.

In der Tagesschau-Reportage beschreibt Rekrutin Helena das Gefühl des gemeinsamen Machens als das Beste an der Zeit. Ihr Kamerad Jan schildert, dass er den Zusammenhalt gerade dann spürt, wenn es schlecht läuft: Wer ihn fünf Minuten vorher noch angeschrien habe, ziehe ihn danach trotzdem weiter.

Das ist der Kern der Kameradschaft, den man vorher schlecht simulieren kann. Sie entsteht nicht durch Sympathie, sondern durch geteilte Belastung.

Heimfahrten, Wochenenden und Urlaub

Eine der häufigsten Fragen vor dem Dienstantritt: Darf man am Wochenende nach Hause? Die ehrliche Antwort lautet: meistens ja, aber es hängt vom Standort und vom Dienstplan ab.

Was der offizielle Leitfaden sagt

Für die Grundausbildung in Hannover nennt die Bundeswehr die Regelung klar: Heimfahrten am Wochenende sind in der Regel möglich. Der Dienst dauert grundsätzlich von 7:00 bis 16:30 Uhr, anfangs oft länger, und ein Dienstplan hängt wöchentlich aus.

Einschränkungen gibt es bei besonderen Ausbildungsabschnitten. Während eines Biwak oder eines Aufenthalts auf dem Truppenübungsplatz fällt die Heimfahrt aus. Wer weit weg wohnt, sollte die Reisezeit realistisch einplanen: Ein Wochenende mit acht Stunden Fahrt in beide Richtungen erholt niemanden.

Urlaub während und nach der Ausbildung

Urlaub ist während der Grundausbildung grundsätzlich nicht vorgesehen. In besonderen Fällen kann er genehmigt werden, das ist aber die Ausnahme. Nach der Grundausbildung stehen laut dem Hannover-Leitfaden 30 Urlaubstage pro Jahr zu.

Heimatnahe Ausbildung als neue Option

Die neu gestaltete Grundausbildung soll zeitfressende Heimfahrten reduzieren, indem der Wehrdienst heimatnah abgeleistet werden kann. Damit lässt sich der Auftrag des Heimatschutzes in der Region wahrnehmen, in der die Soldatinnen und Soldaten aufgewachsen sind und sich auskennen.

Zusätzlich wird der Einstieg flexibler. In der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum können Bewerberinnen und Bewerber laut Bundeswehr monatlich antreten und müssen nicht mehr auf das nächste Quartal warten.

Sold in der Grundausbildung: Was monatlich gezahlt wird

Die Berufsbezeichnung deutet es an: Soldatinnen und Soldaten erhalten kein Gehalt, sondern Sold. Der Sold wird monatlich im Voraus gezahlt. Die Bezüge von Soldatinnen und Soldaten auf Zeit sind im Bundesbesoldungsgesetz geregelt, die der Freiwillig Wehrdienstleistende im Wehrsoldgesetz.

Freiwilliger Wehrdienst und Soldat auf Zeit

Freiwillig Wehrdienstleistende im niedrigsten Dienstgrad erhalten laut Bundeswehr derzeit einen monatlichen Wehrsoldgrundbetrag von 2.600 Euro brutto. Ein Soldat auf Zeit im niedrigsten Dienstgrad kommt auf rund 2.700 Euro Grundgehalt brutto pro Monat.

Der Sold besteht in erster Linie aus dem Grundgehalt, das mit dem Dienstgrad steigt. Jedem Dienstgrad ist eine Besoldungsgruppe zugeordnet. Für Soldatinnen und Soldaten in der Grundausbildung ist das meistens die niedrigste Gruppe.

Zulagen und was noch dazukommt

Zum Grundgehalt kommen Zulagen. Das gilt zum Beispiel für „Dienst zu ungünstigen Zeiten“, also am Wochenende oder spät am Abend. Diese Beträge sind nicht garantiert, sondern hängen vom tatsächlich geleisteten Dienst ab.

Was abgeht: die Verpflegung mit rund zehn Euro pro Tag für drei Mahlzeiten in der Truppenküche. Unterkunft und die komplette Ausrüstung stellt die Bundeswehr. Wer als Soldat auf Zeit einsteigt, sollte außerdem wissen, dass in der Laufbahngruppe Mannschaften eine Probezeit von sechs Monaten und eine Verpflichtungszeit von vier Jahren üblich sind.

Gelöbnis, Rekrutenbesichtigung und Bestehen

Die letzten Wochen laufen auf zwei Ereignisse zu: die Rekrutenbesichtigung als praktische Überprüfung und das Feierliches Gelöbnis als formalen Höhepunkt.

Die Rekrutenbesichtigung

Die Rekrutenbesichtigung ist eine praktische Überprüfung durch den Kompaniechef und findet am Standort Hannover im dritten Monat auf dem Truppenübungsplatz statt, verbunden mit einem Biwak. Geprüft wird, was in den Wochen zuvor gelernt wurde.

Wichtig für die Nerven: Für das Bestehen zählt die Gesamtleistung der gesamten Grundausbildung, nicht allein diese Besichtigung. Wer an einem Tag schwächelt, ist nicht automatisch durchgefallen.

Das Feierliche Gelöbnis

Gegen Ende der Ausbildung steht das Feierliches Gelöbnis. Es steht für das Bekenntnis zu Recht und Freiheit und für die Aufnahme in die soldatische Gemeinschaft. Freiwillig Wehrdienstleistende geloben Treue zum Grundgesetz und die Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland. Zeit- und Berufssoldaten leisten einen Eid.

In der Tagesschau-Reportage endet die Ausbildung mit einem Abzeichen für das bestandene dreitägige Biwak. Darauf steht der Wahlspruch:

„Simul fortes – gemeinsam stark!“

Wenn etwas nicht klappt

Wird ein Teilbereich nicht bestanden, ist das kein Endpunkt. Nachschulung und Wiederholung sind möglich. Entscheidend ist nicht eine einzelne Prüfung, sondern die Gesamtleistung in allen vermittelten Bereichen: körperliche Leistungsfähigkeit, Waffen- und Schießausbildung, Gefechts- und Wachaufgaben, Sanitätskenntnisse und das Befolgen von Regeln und Befehlen.

Was nach der Grundausbildung kommt

Nach dem ersten Abschnitt folgt in der Regel eine weiterführende, dienstposten- oder einheitsspezifische Ausbildung. Sie bereitet auf die konkrete Verwendung und die jeweilige Einheit vor. Dauer und Ausgestaltung hängen von Laufbahn, Teilstreitkraft und Dienstposten ab.

Bei der zeitlichen Einordnung hilft folgende Übersicht:

Phase Dauer / Zeitpunkt
Grundausbildung 3 Monate
Militärfachliche Ausbildung und Verwendung auf Dienstposten ab dem 4. Monat
Probezeit (innerhalb der militärfachlichen Ausbildung) Erste 6 Monate

Wer im Heimatschutz weitermacht, kann anschließend die Fortgeschrittenen-Ausbildung mit 200 Stunden absolvieren. In der Tagesschau-Reportage gehen die drei begleiteten Rekruten nach den drei Monaten in ihre Stammeinheit: einer für zwei Jahre auf ein Schiff, zwei andere planen den Wechsel an die Universität.

Wie schwer ist die Grundausbildung wirklich?

Die ehrliche Antwort: fordernd, aber machbar. Die Bundeswehr selbst beschreibt die dreimonatige Ausbildung in der Streitkräftebasis als körperlich und geistig anstrengend. Sie erfordert hohe Einsatzbereitschaft, Verantwortungsbewusstsein und Selbstständigkeit.

Drei Belastungsebenen

Körperlich fordern Märsche, Hindernisbahn, Gepäck und lange Tage im Gelände. Mental belasten der frühe Start, der Zeitdruck und der geringe eigene Spielraum. Organisatorisch muss man lernen, mit vielen parallelen Anforderungen umzugehen: Ausrüstung pflegen, Termine halten, Befehle korrekt umsetzen.

Der Ton der Ausbilder kann laut und streng sein. In der Tagesschau-Reportage sagt Rekrutin Helena dazu, dass Respekt in beide Richtungen funktioniere: Wenn die Rekruten Respekt zeigten, zeigten die Ausbilder ihn ebenfalls. Gleichzeitig beschreibt die Reportage Unterstützung bei Ängsten, Sorgen und Fragen durch die Ausbilder.

Wer bricht ab?

Laut der Tagesschau bricht seit Jahren etwa jeder Vierte die Grundausbildung ab. Diese Zahl wird nur von dieser einen Quelle genannt und ist nicht offiziell bestätigt, sollte also mit Vorsicht eingeordnet werden. Andere Quellen erwähnen Abbrüche, ohne konkrete Werte zu nennen.

Was den Unterschied macht

Aus den Erfahrungsberichten lässt sich ein klares Muster ablesen. Wer vorbereitet anreist, mitdenkt statt nur abzunicken und sich auf die Gruppe einlässt, kommt deutlich besser durch. Rekrut Jan beschreibt in der Tagesschau sogar eine gewisse Entlastung: Man müsse weniger denken und einfach machen, was einem gesagt werde.

Zusammengefasst: Die Ausbildung ist kein Wellnesscamp. Man wird müde sein, Fehler machen und öfter aus der Komfortzone geschoben, als einem lieb ist. Mit ordentlicher körperlicher Vorbereitung, einer stabilen Einstellung und funktionierender Kameradschaft ist sie zu schaffen.

Der nächste Schritt vor dem Dienstantritt

Wenn der Einberufungsbescheid da ist, lohnt sich eine konkrete Vorbereitung in vier Punkten. Erstens: Fitness aufbauen, orientiert am BFT mit Pendellauf, Klimmhang und 1.000-Meter-Lauf sowie am Sechs-Kilometer-Marsch mit 15 Kilogramm. Zweitens: Dienstgrade und Nato-Alphabet lernen, das spart in den ersten Tagen Nerven.

Drittens: die Unterlagen aus dem Downloadbereich des eigenen Standorts durchgehen und wetterangepasste zivile Kleidung sowie festes Schuhwerk bereitlegen. Viertens: beim zuständigen Karriereberater klären, welche Bezeichnung und welche Dauer für den eigenen Organisationsbereich gelten, weil Heer und übrige Bereiche hier abweichen können.

Wer diese vier Punkte erledigt hat, startet nicht entspannt, aber vorbereitet. Das ist in den ersten Wochen der entscheidende Unterschied.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert die Grundausbildung bei der Bundeswehr – auch 2026?

Als allgemeiner Standard dauert die Grundausbildung in der Regel drei Monate. Seit Mai 2026 nennt die Bundeswehr diesen ersten Abschnitt offiziell „Heimatschutzausbildung Streitkräfte“. Für das Deutsche Heer wird zusätzlich eine sechsmonatige Basisausbildung beschrieben. Sie ist nicht mit der allgemeinen Regeldauer aller Bundeswehrbereiche gleichzusetzen.

Wie viel bekommt man in der Grundausbildung bei der Bundeswehr?

Freiwillig Wehrdienstleistende im niedrigsten Dienstgrad erhalten laut Bundeswehr derzeit 2.600 Euro brutto monatlich. Für Soldaten auf Zeit im niedrigsten Dienstgrad werden rund 2.700 Euro Grundgehalt brutto genannt. Zum Sold können Zulagen kommen, etwa für Dienste am Wochenende oder am späten Abend.

Ist die Grundausbildung bei der Bundeswehr schwer?

Ja, sie ist körperlich, mental und organisatorisch fordernd. Der Tag beginnt früh, der Ton kann streng sein, und im Gelände kommen Nässe, Dreck, wenig Komfort und schwere Ausrüstung hinzu. Die Quellen beschreiben die Ausbildung zugleich als machbar, wenn Rekrutinnen und Rekruten lernbereit sind, durchhalten und ihre Kameradinnen und Kameraden unterstützen.

Wie ist die Grundausbildung bei der Bundeswehr aufgebaut?

Sie beginnt mit Anreise, Erfassung und Einkleidung. Danach verbindet sie Formaldienst, Unterricht, Gefechtsdienst, Waffen- und Schießausbildung, Sanitätsausbildung, Wachdienst und Sport. Der Ablauf wird im Verlauf intensiver und endet typischerweise mit der Rekrutenbesichtigung und dem Feierlichen Gelöbnis.

Kann man in der Grundausbildung am Wochenende nach Hause?

Laut dem offiziellen Leitfaden für Hannover sind Heimfahrten am Wochenende in der Regel möglich. Ob und wann das konkret klappt, hängt vom Standort, vom Dienstplan und von besonderen Ausbildungsabschnitten wie Biwak oder Truppenübungsplatzaufenthalten ab. Eine heimatnahe Dienstgestaltung soll lange Heimfahrten künftig teilweise reduzieren.

Was bedeutet AGA bei der Bundeswehr?

AGA steht für „Allgemeine Grundausbildung“ und bezeichnet die militärische Basisausbildung am Anfang des Dienstverhältnisses. Die Bundeswehr verwendet für diesen ersten Ausbildungsabschnitt seit Mai 2026 offiziell die Bezeichnung „Heimatschutzausbildung Streitkräfte“.

Was braucht man, um die AGA zu bestehen?

Entscheidend ist nicht eine einzelne Prüfung, sondern die Gesamtleistung in den vermittelten Bereichen. Dazu gehören körperliche Leistungsfähigkeit, Waffen- und Schießausbildung, Gefechts- und Wachaufgaben, Sanitätskenntnisse sowie das Befolgen von Regeln und Befehlen. Wird ein Teilbereich nicht bestanden, sind Nachschulung und Wiederholung möglich.

Wie sieht der Tagesablauf in der Bundeswehr-Grundausbildung aus?

Der Tag beginnt typischerweise zwischen 5:00 und 5:30 Uhr mit Wecken, Körperhygiene, Bettenmachen und Antreten. Vormittags folgen häufig Unterricht, Formaldienst und Waffeneinweisung, nachmittags praktische Abschnitte im Gelände, Schießen oder Sport. Abends stehen Reinigung, Ausrüstungspflege und die Vorbereitung auf den nächsten Tag an. Der genaue Dienstplan hängt vom Standort und Ausbildungsabschnitt ab.

Was macht man in der Grundausbildung bei der Bundeswehr?

Rekrutinnen und Rekruten lernen das militärische Grundhandwerk: Formaldienst, Rechte und Pflichten, Gefechtsdienst, Waffen- und Schießausbildung, Wachdienst, Erste Hilfe, ABC-Abwehr, Sport und militärische Sicherheit. Ergänzend kommen aktuelle Inhalte wie Drohnenabwehr, Cyber-Awareness und individuelle Resilienzvorsorge hinzu.

Was folgt nach der Grundausbildung?

Nach dem ersten Ausbildungsabschnitt wechseln viele Soldatinnen und Soldaten in eine weiterführende Fach-, Spezialgrund- oder Dienstpostenausbildung. Diese bereitet auf die konkrete Verwendung und die jeweilige Einheit vor. Die genaue Dauer und Ausgestaltung hängt von Laufbahn, Teilstreitkraft und Dienstposten ab.

Quellen

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Dein Weg zur BundeswehrMusterung, Laufbahn und Einstellungstest, ohne erfundene Zahlen erklärt.