Wer sich für die Offizierlaufbahn der Bundeswehr interessiert, steht meist kurz vor dem Abitur oder mitten im Studium und hat vor allem praktische Fragen: Welchen Abschluss brauche ich? Wie läuft das Auswahlverfahren ab? Wie lange muss ich mich verpflichten? Und was verdient man dabei?
Dieser Leitfaden beantwortet diese Fragen für die Laufbahn der Offizierinnen und Offiziere des Truppendienstes, also den klassischen Weg mit Studium an einer Universität der Bundeswehr. Die vier weiteren Offizierlaufbahnen der Soldatenlaufbahnverordnung werden am Rand genannt, aber nicht vertieft.
Die Zahlen und Abläufe stammen aus der offiziellen Darstellung der Bundeswehr und aus der Soldatenlaufbahnverordnung (SLV), die den rechtlichen Rahmen der Laufbahn festlegt.
Was Offizierinnen und Offiziere im Truppendienst tun

Offizierinnen und Offiziere sind die Führungskräfte der Bundeswehr. Sie führen Soldatinnen und Soldaten und sind für deren Ausbildung und Erziehung verantwortlich. Das ist der Kern der Aufgabe, und daran orientieren sich alle Auswahl- und Ausbildungsschritte.
Die Bundeswehr beschreibt die Rolle ausdrücklich als mehr als „Manager in Uniform”. Neben Durchsetzungsvermögen zählen Menschenkenntnis und fachliche Kompetenz. Vor allem müssen Offiziere in der Lage sein, auch in komplexen Situationen schwerwiegende Entscheidungen richtig zu treffen, besonders im Einsatz oder auf dem Gefechtsfeld.
Im täglichen Dienst bedeutet das Leitungs- und Steuerungsaufgaben: Trainingsabschnitte planen, organisieren und durchführen, einsatzvorbereitende Übungen leiten, Verantwortung für Menschen und Material tragen. Diese Verantwortung gilt im Grundbetrieb genauso wie in Auslandseinsätzen.
Der Truppendienst umfasst Tätigkeiten in Heer, Luftwaffe, Marine und weiteren Organisationsbereichen der Bundeswehr. Je nach Teilstreitkraft und Truppengattung sieht der Alltag also sehr unterschiedlich aus, die Führungsverantwortung bleibt aber der gemeinsame Nenner.
Die weiteren Offizierlaufbahnen im Überblick
Der Truppendienst ist nicht der einzige Weg. Die Soldatenlaufbahnverordnung kennt daneben den Sanitätsdienst, den Militärmusikdienst, den Geoinformationsdienst und den militärfachlichen Dienst. Jede dieser Laufbahnen hat eigene Zugangsvoraussetzungen, eigene Ausbildungswege und teils eigene Dienstgradbezeichnungen.
Im Sanitätsdienst führen etwa Approbation oder staatliche Prüfung zu abweichenden Einstiegsdienstgraden und Besoldungsgruppen. Wer sich dafür interessiert, sollte die jeweilige Laufbahnbeschreibung gesondert prüfen, weil sich Verpflichtungszeit, Ausbildung und Beförderungsfristen vom Truppendienst unterscheiden.
Der Rechtsrahmen: §§ 23 bis 27 SLV
Die Offizierlaufbahn ist kein informeller Karrierepfad, sondern normativ geregelt. Die §§ 23 bis 27 der Soldatenlaufbahnverordnung behandeln im Unterabschnitt Truppendienst die Einstellung, die Beförderung, die Hochschulausbildung und den Aufstieg.
§ 23 SLV regelt die Einstellung als Offizieranwärterin oder Offizieranwärter. Hier sind die formalen Zugangsvoraussetzungen verankert, auf die sich auch die Bundeswehr in ihrer Laufbahnbeschreibung stützt.
§ 24 SLV legt die Beförderungsfristen während der Anwärterzeit fest. Das ist der Teil, der für Bewerberinnen und Bewerber am greifbarsten ist, weil er zeigt, wie schnell es vom Einstiegsdienstgrad bis zum Leutnant geht:
| Beförderung zum | Nach Dienstzeit |
|---|---|
| Gefreiten | drei Monate |
| Obergefreiten | sechs Monate |
| Fahnenjunker | zwölf Monate |
| Fähnrich | 21 Monate |
| Oberfähnrich | 30 Monate |
| Leutnant | 36 Monate |
§ 25 SLV betrifft Offizierinnen und Offiziere mit Hochschulausbildung. Vorausgesetzt werden mindestens ein Bachelor- oder gleichwertiger Hochschulabschluss in der für die Verwendung erforderlichen Fachrichtung und eine Verpflichtung zu einem Wehrdienst für mindestens drei Jahre. Wer ein passendes Masterstudium abgeschlossen hat oder nach dem Hochschulabschluss mindestens zwei Jahre vergleichbar hauptberuflich tätig war, kann nach dieser Vorschrift mit dem Dienstgrad Hauptmann eingestellt werden.
§ 26 SLV enthält die Beförderungsfristen nach der Ernennung zum Offizier, § 27 SLV den Aufstieg in die Laufbahn des Truppendienstes. Aufsteigen können Mannschaften aller Laufbahnen, die die Voraussetzungen des § 23 Absatz 1 oder Absatz 4 erfüllen und mindestens den Dienstgrad Gefreiter erreicht haben, außerdem Unteroffiziere und Stabsunteroffiziere in den Laufbahnen der Fachunteroffizierinnen und Fachunteroffiziere sowie Feldwebel aller Laufbahnen, die mindestens den Dienstgrad Feldwebel erreicht haben.
Voraussetzungen: Was du mitbringen musst
Schulabschluss
Für den Truppendienst verlangt die Bundeswehr die allgemeine Hochschulreife, eine fachgebundene Hochschulreife, eine Fachhochschulreife oder einen gleichwertig anerkannten Bildungsstand. Ein klassisches Abitur ist also nicht in jedem Fall zwingend, solange eine anerkannte Hochschulzugangsberechtigung vorliegt.
Für den Seiteneinstieg gelten andere Regeln: Hier wird mindestens ein verwendungsnaher Bachelor- oder gleichwertiger Hochschulabschluss erwartet.
Staatsangehörigkeit, Alter und Eignung
Wer Offizierin oder Offizier werden will, muss grundsätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen und mindestens 17 Jahre alt sein. Wer noch keine 18 ist, braucht die schriftliche Einverständniserklärung des gesetzlichen Vertreters.
Beim Höchstalter gibt es widersprüchliche Angaben im Umlauf. Für die Offizierlaufbahn in Verbindung mit einem Studium wurde die Altersobergrenze aufgehoben; früher lag sie bei 29 Jahren. Weder die offizielle Laufbahnbeschreibung der Bundeswehr noch die SLV nennen für den Truppendienst eine feste Obergrenze. Wer sich unsicher ist, klärt das am besten direkt bei der Karriereberatung.
Neben den formalen Kriterien zählt die persönliche Eignung. Erwartet werden Einsatzbereitschaft, Ehrgeiz und Durchsetzungsvermögen, Werte im Einklang mit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung, Teamfähigkeit und Flexibilität sowie eine ausgeprägte körperliche Fitness. Dazu kommt die Bereitschaft, sich bundesweit versetzen zu lassen und an Auslandseinsätzen teilzunehmen.
Ein Hinweis zum Vorfeld: Seit 2026 ist die Musterung für Männer ab Geburtsjahrgang 2008 wieder verpflichtend. Das Standardverfahren besteht laut Bundeswehr aus drei Bestandteilen, nämlich ärztlicher Begutachtung, Computertest und persönlichem Gespräch, und ist meist innerhalb eines Tages abgeschlossen.
Bewerbung und Assessmentcenter für Führungskräfte
Die Eignung für die Offizierlaufbahn wird zentral geprüft. Das Assessmentcenter für Führungskräfte der Bundeswehr in Köln überprüft durch speziell geschultes Personal die körperliche, geistige und charakterliche Eignung. Ohne bestandenes Verfahren gibt es keine Einplanung.
Das Auswahlverfahren für angehende Offiziere dauert drei Tage und umfasst bis zu neun Stationen. Für Hin- und Rückreise stellt die Bundeswehr Fahrkarten der Deutschen Bahn oder zahlt Kilometergeld für Autofahrten. Übernachtet wird in Gemeinschaftsstuben, Verpflegung, Bettwäsche und Handtücher gibt es vor Ort. Mitbringen musst du nur geeignete Sportkleidung für den Sporttest und angemessene Kleidung für die übrigen Prüfungen.
Zu den Stationen gehören unter anderem ein biografischer Fragebogen, ein Aufsatz, die ärztliche Untersuchung, computergestützte Tests, das Gruppensituationsverfahren und das Vorstellungsgespräch. Wer sich für eine Dienstzeit von zwei Jahren oder länger interessiert, für den ist zusätzlich ein Gespräch mit der Assessmentkommission vorgesehen.
Die einzelnen Prüfungsbestandteile
Der CAT-Test ist der computergestützte Teil des Verfahrens. Er prüft unter anderem sprachliche, mathematische und abstrakt-logische Fähigkeiten sowie Konzentration und persönliche Merkmale. Der CAT-Test ist damit der Baustein, der am ehesten einem klassischen Einstellungstest ähnelt, und viele Bewerberinnen und Bewerber bereiten sich gezielt darauf vor.
Der Basis-Fitness-Test besteht aus drei Übungen: einem Pendellauf, einem Klimmhang und einem Fahrradergometer-Test. Das ist überschaubar, aber ohne regelmäßiges Training vorher nicht zu unterschätzen, gerade weil der Basis-Fitness-Test in ein mehrtägiges Programm eingebettet ist.
Im Gruppensituationsverfahren wird das Verhalten in und vor einer Gruppe anhand von drei Teilaufgaben bewertet. Hier geht es weniger um richtige Lösungen als darum, wie du dich einbringst, andere einbeziehst und dich behauptest.
Der Ärztliche Dienst der Bundeswehr beurteilt die Tauglichkeit für die Offizierlaufbahn. Im Vorstellungsgespräch schließlich werden schulischer und beruflicher Werdegang, Interessen, Motivation und Persönlichkeit erörtert.
Militärische Ausbildung vor dem Studium
Nach der Verpflichtung und dem bestandenen Auswahlverfahren beginnt die Ausbildung mit der allgemeinen Grundausbildung. Sie dauert drei Monate und durchlaufen alle Soldatinnen und Soldaten.
Inhaltlich geht es dabei um Fitness und körperliche Leistungsfähigkeit, Schieß- und Wachausbildung, Formal- und Gefechtsdienst samt Umgang mit Waffen, Sanitätsdienst und Erste Hilfe, Pflichten und Rechte sowie Einsatzausbildung und die Grundlagen des militärischen Handwerkzeugs.
Danach folgt eine Spezialausbildung im Stammtruppenteil der jeweiligen Truppengattung. Hier bekommst du zum ersten Mal ein konkretes Bild davon, was deine Verwendung im Alltag bedeutet.
Der Fahnenjunkerlehrgang dauert beispielhaft 15 Wochen und bereitet auf die Führung und Ausbildung von Soldatinnen und Soldaten vor. Dort findet auch die Laufbahnprüfung zum Offizier statt. An der Offizierschule des Heeres in Dresden absolvierst du zudem den Offizierlehrgang, in dem es unter anderem darum geht, wie ein Bataillon mit annähernd tausend Soldatinnen und Soldaten im Einsatz geführt wird. Ergänzend steht die Ausbildung zur Übungsleiterin oder zum Übungsleiter der Bundeswehr auf dem Programm.
An der Offizierschule schließt sich eine achtwöchige Sprachausbildung an, danach ein etwa dreiwöchiges Führungspraktikum im Stammtruppenteil.
Studium an den Universitäten der Bundeswehr

Für Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter im Truppendienst beginnt das Studium mit einem allgemeinmilitärischen Abschnitt, der die Offizierprüfung einschließt. Danach folgen akademische und militärfachliche Ausbildungsabschnitte.
Das Studium an einer Universität der Bundeswehr in Hamburg oder München beginnt für alle Verwendungen regelmäßig im zweiten Dienstjahr. Es ist in Trimester gegliedert und schließt in der Regel mit einem Mastergrad ab. Ein Trimester dauert zwölf Wochen, was das Studium deutlich verdichtet: Der Masterabschluss ist im Intensivstudium in vier statt in fünf Jahren erreichbar, die Bachelorstudiengänge haben eine Regelstudienzeit von drei Jahren.
Insgesamt stehen an den beiden Universitäten der Bundeswehr rund 50 Bachelor- und Masterstudiengänge zur Auswahl. Möglich sind zum Beispiel Psychologie, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen oder Pädagogik.
Regional verteilt sich das Angebot so: Die Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg führt 11 Bachelor- und 18 Masterstudiengänge, die Universität der Bundeswehr München 17 Bachelor- und 15 Masterstudiengänge.
Wichtig für die Planung: Du musst vor der Bewerbung kein Studium abgeschlossen haben. Das Studium ist Bestandteil der Offizierlaufbahn, nicht deren Voraussetzung. Nur beim Seiteneinstieg dreht sich das Verhältnis um.
Der zivile Weg: duales Studium in der Bundeswehrverwaltung
Neben der militärischen Laufbahn gibt es den zivilen Beamtenweg. Die Bundeswehr bietet nach § 13 Bundeslaufbahnverordnung ein dreijähriges duales Studium Public Administration an. Die 36 Monate verzahnen Fach- und Praxissemester miteinander.
Die Anwärterbezüge liegen bei rund 1.530 Euro monatlich. Als Voraussetzung nennt die offizielle Stellenausschreibung auf karriere.bund.de unter anderem, dass das 50. Lebensjahr bei Einstellung noch nicht vollendet ist. Dieser Weg führt nicht zum Offizierdienstgrad, ist aber für alle interessant, die in der Bundeswehr arbeiten wollen, ohne Soldatin oder Soldat zu werden.
Verpflichtungszeit und Beförderung
Wie lange dauert die Verpflichtung?
Die Bundeswehr gibt die Verpflichtungszeit im Truppendienst in der Regel mit 13 bis 17 Jahren an. Das ist der Rahmen für den klassischen Weg mit Studium. Der Grund für die Länge liegt auf der Hand: Ausbildung und Studium kosten viel Zeit und Geld, und dieser Aufwand soll sich in Dienstjahren niederschlagen.
Für Seiteneinsteigende sieht § 25 SLV mindestens drei Jahre Wehrdienst vor. Bei einem bereits abgeschlossenen passenden Studium können außerdem eine verkürzte Verpflichtungszeit und eine Einstellung mit höherem Dienstgrad möglich sein.
Wer über eine dauerhafte Laufbahn nachdenkt, kann später Berufssoldat oder Berufssoldatin werden. Die Ernennung zum Berufssoldaten ist an Eignung, Leistung und dienstlichem Bedarf ausgerichtet. Wer nach der Dienstzeit ins zivile Leben zurückkehrt, kann sich als Reserveoffizier weiter engagieren.
Beförderungsfristen im Offizierdienstgrad
Nach § 26 SLV sind im Truppendienst folgende regelmäßige Dienstzeiten bis zur Beförderung vorgesehen: zum Hauptmann nach fünf Jahren, zum Major nach neun Jahren und zum Oberst nach 15 Jahren. Daneben nennt die Vorschrift verkürzte Fristen, etwa zum Hauptmann nach vier Jahren und sechs Monaten, zum Major nach acht Jahren und sechs Monaten und zum Oberst nach 14 Jahren und sechs Monaten.
Diese Fristen sind Mindestdienstzeiten, keine Garantien. Beförderung setzt entsprechend Leistung voraus.
Dienstgrade der Offiziere
Die Offizierdienstgrade sind in vier Dienstgradgruppen gegliedert. Die Bezeichnungen unterscheiden sich zwischen Heeres-, Luftwaffen- und Marineuniformträgern sowie für Sanitätsoffiziere.
| Dienstgradgruppe | Dienstgrade |
|---|---|
| I Generale | 1. General, Admiral 2. Generalleutnant, Generaloberstabsarzt, Vizeadmiral, Admiraloberstabsarzt 3. Generalmajor, Generalstabsarzt, Konteradmiral, Admiralstabsarzt 4. Brigadegeneral, Generalarzt, Generalapotheker, Flottillenadmiral, Admiralarzt |
| II Stabsoffiziere | 1. Oberst, Oberstarzt, Oberstapotheker, Oberstveterinär, Kapitän zur See, Flottenarzt, Flottenapotheker 2. Oberstleutnant, Oberfeldarzt, Oberfeldapotheker, Oberfeldveterinär, Fregattenkapitän, Flottillenarzt, Flottillenapotheker 3. Major, Oberstabsarzt, Oberstabsapotheker, Oberstabsveterinär, Korvettenkapitän |
| III Hauptleute | 1. Stabshauptmann, Stabskapitänleutnant 2. Hauptmann, Stabsarzt, Stabsapotheker, Stabsveterinär, Kapitänleutnant |
| IV Leutnante | 1. Oberleutnant, Oberleutnant zur See 2. Leutnant, Leutnant zur See |
Bei den Generalen gilt eine Einschränkung: In den Dienstgrad Generalapotheker werden zurzeit bis auf Weiteres keine Soldatinnen und Soldaten mehr ernannt, weil der Haushalt keine Neubeförderungen vorsieht.
International werden diese Dienstgrade über den NATO-Rangcode vergleichbar gemacht. Das erleichtert die Zusammenarbeit in multinationalen Stäben und Einsätzen, weil deutsche Dienstgrade so eine feste Entsprechung in den Rangsystemen der Partnernationen haben.
Gehalt: Besoldung in der Offizierlaufbahn
Offizierinnen und Offiziere sind keine Beamten, sondern Soldatinnen und Soldaten. Bezahlt werden sie aber nach dem Besoldungsrecht des Bundes, also nach Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe. Das Grundgehalt hängt damit von Dienstgrad und geleisteten Dienstjahren ab, dazu kommen je nach Situation Zulagen und der Familienzuschlag.
Dienstbezüge während der Ausbildung
Schon in der Grundausbildung fließt Geld. Die folgenden Werte zeigen ein Beispiel für die erste Zeit im Dienst.
| Bezeichnung | Alter | Familienstand | Kinder | Besoldungsgruppe | Erfahrungsstufe | Lohnsteuerklasse | Grundgehalt | Amtszulage | Erhöhungsbetrag | Familienzuschlag | Brutto | Lohnsteuer | Solidaritätszuschlag | Kirchensteuer | Netto |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Schütze, Flieger, Matrose Offizieranwärter (m/w/d) | 19 Jahre | ledig | keine Kinder | A 3 | 1 | I | 2.788,20 € | 2.788,20 € | 365,50 € | 0,00 € | 32,89 € | 2.389,81 € |
Dienstbezüge während des Studiums
Mit jeder Beförderung während der Anwärterzeit steigt das Grundgehalt. Vom Fahnenjunker über den Fähnrich bis zum Oberfähnrich sieht das so aus:
| Bezeichnung | Alter | Familienstand | Kinder | Besoldungsgruppe | Erfahrungsstufe | Lohnsteuerklasse | Grundgehalt | Amtszulage | Brutto | Lohnsteuer | Solidaritätszuschlag | Kirchensteuer | Netto |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Fahnenjunker / Seekadett Offizieranwärter (m/w/d) | 20 Jahre | ledig | keine Kinder | A 5 | 1 | I | 2.861,79 € | 2.861,79 € | 386,58 € | 0,00 € | 34,79 € | 2.440,42 € | |
| Fähnrich / Fähnrich zur See (m/w/d) | 21 Jahre | ledig | keine Kinder | A 7 | 1 | I | 3.052,89 € | 3.052,89 € | 442,41 € | 0,00 € | 39,82 € | 2.570,66 € | |
| Oberfähnrich / Oberfähnrich zur See (m/w/d) | 21 Jahre | ledig | keine Kinder | A 8 | 2 | I | 3.324,69 € | 81,95 € | 3.406,64 € | 549,91 € | 0,00 € | 49,49 € | 2.807,24 € |
Dienstbezüge nach dem Studium
Nach der Ernennung zum Leutnant beginnt die eigentliche Offizierbesoldung. Der Familienzuschlag macht hier einen spürbaren Unterschied, wie das Beispiel des Hauptmanns mit zwei Kindern zeigt.
| Bezeichnung | Alter | Familienstand | Kinder | Besoldungsgruppe | Erfahrungsstufe | Lohnsteuerklasse | Grundgehalt | Erhöhungsbetrag | Familienzuschlag | Brutto | Lohnsteuer | Solidaritätszuschlag | Kirchensteuer | Netto |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Leutnant / Leutnant zur See (m/w/d) | 22 Jahre | ledig | keine Kinder | A 9 | 2 | I | 3.324,69 € | 0,00 € | ||||||
| Oberleutnant / Oberleutnant zur See (m/w/d) | 24 Jahre | verheiratet | keine Kinder | A 9 | 2 | I | 3.324,69 € | 0,00 € | 176,42 € (Stufe 1) | 3.572,36 € | 602,08 € | 11,30 € | 54,19 € | 2.916,09 € |
| Hauptmann / Kapitänleutnant (m/w/d) | 28 Jahre | verheiratet | 2 Kinder | A 11 | 3 | IV | 4.623,20 € | 0,00 € | 477,96 € (Stufe 3) | 5.101,16 € | 1.138,33 € | 0,00 € | 76,08 € | 3.886,75 € |
Besoldung nach Dienstgrad und Dienstzeit
Die Bundeswehr veröffentlicht außerdem eine Übersicht, die Dienstgrad, notwendige Mindestdienstzeit und gerundetes Bruttogehalt zusammenbringt. Sie zeigt gut, wie sich die Besoldung über eine gesamte Laufbahn entwickelt.
| Dienstgrad | Geleistete Dienstzeit | Sold* |
|---|---|---|
| Leutnant/ Leutnant zur See | 3 Jahre | 3.450€ – 3.600€ |
| Oberleutnant/ Oberleutnant zur See | 5,5 Jahre | 3.900€ – 4.150€ |
| Hauptmann/ Kapitänleutnant | 8,5 Jahre | 4.700€ – 5.300€ |
| Major/ Korvettenkapitän | 13 Jahre | 5.900€ – 6.100€ |
| Oberstleutnant/ Fregattenkapitän | 16 Jahre | 6.500€ – 7.850€ |
| Oberst/ Kapitän zur See | 20 Jahre | 8.500€ – 9.600€ |
| Brigadegeneral/ Flottillenadmiral | (21 Jahre) | 11.300€ |
| Generalmajor/ Konteradmiral | (22 Jahre) | 11.900€ |
| Generalleutnant/ Vizeadmiral | (23 Jahre) | 13.200€ |
| General/ Admiral | (24 Jahre) | 15.600€ – 16.200€ |
*Gerundetes Brutto in der jeweils typischen Besoldungsgruppe und Erfahrungsstufe. Die „Geleistete Dienstzeit” beschreibt die zur Beförderung notwendige Mindestdienstzeit.
Ein konkretes Beispiel aus der offiziellen Darstellung der Bundeswehr: Eine Major in Besoldungsgruppe A 13, tätig als Referatsleiterin in einer Kommandobehörde, verdient 5.932,45 Euro brutto.
Was bei der Besoldung noch dazukommt
Die Tabellen zeigen das Grundgehalt und einige Standardzuschläge, nicht aber alle möglichen Zulagen. Je nach Verwendung können weitere Vergütungen hinzukommen, das tatsächliche Gehalt fällt dann höher aus.
Zwei Punkte fallen im Vergleich zur Privatwirtschaft auf: Die medizinische Versorgung beim Truppenarzt ist unentgeltlich, Familienheimfahrten zwischen Wohnort und Dienststelle sind kostenfrei. Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung werden nicht abgezogen, sondern vollständig vom Arbeitgeber Bundeswehr übernommen. Das erklärt, warum der Abstand zwischen Brutto und Netto anders aussieht als bei einem zivilen Angestelltenverhältnis.
Der nächste Schritt
Wenn die Voraussetzungen passen und die Verpflichtungszeit für dich realistisch ist, führt der Weg über die Karriereberatung der Bundeswehr und die Bewerbung für das Assessmentcenter für Führungskräfte. Sinnvoll ist es, vorher zwei Dinge zu klären: welchen Studiengang du an einer der beiden Universitäten der Bundeswehr belegen willst und welche Teilstreitkraft zu dir passt.
Parallel lohnt sich körperliche Vorbereitung auf den Basis-Fitness-Test. Pendellauf, Klimmhang und Fahrradergometer lassen sich gezielt trainieren, und das Auswahlverfahren über drei Tage verlangt Ausdauer über den Sporttest hinaus.
Häufig gestellte Fragen
Was braucht man, um Offizier bei der Bundeswehr zu werden?
Für den Truppendienst brauchst du die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife, die Fachhochschulreife oder einen gleichwertig anerkannten Bildungsstand. Dazu kommen grundsätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit, ein Mindestalter von 17 Jahren und das bestandene Assessmentcenter für Führungskräfte.
Was brauche ich für eine Offizierslaufbahn?
Neben dem passenden Bildungsabschluss zählen die persönliche und körperliche Eignung sowie die Bereitschaft zur militärischen Führung. Beides wird im Assessmentcenter für Führungskräfte geprüft, wo körperliche, geistige und charakterliche Anforderungen gleichermaßen im Fokus stehen.
Wie lange dauert die Offizierslaufbahn bei der Bundeswehr?
Für den Truppendienst nennt die Bundeswehr eine reguläre Verpflichtungszeit von 13 bis 17 Jahren. Für Offizierinnen und Offiziere mit Hochschulausbildung sieht § 25 SLV eine Verpflichtung zu mindestens drei Jahren Wehrdienst vor. Die konkrete Dauer hängt also vom Einstiegsweg ab.
Wie lange dauert es, bis man Offizier bei der Bundeswehr ist?
Das Beförderungsschema des § 24 SLV sieht die Beförderung zum Leutnant nach 36 Monaten Dienstzeit vor. Da das Studium regelmäßig im zweiten Dienstjahr beginnt, hängt der genaue individuelle Ablauf vom gewählten Ausbildungs- und Studienweg ab.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Offizier?
Eine einheitliche Gesamtdauer lässt sich nicht angeben. Fest steht: Die allgemeine Grundausbildung dauert drei Monate, das Studium beginnt regelmäßig im zweiten Dienstjahr und schließt in der Regel mit einem Mastergrad ab.
Kann man Offizier ohne Abitur werden?
Ein klassisches Abitur ist nicht zwingend, wenn die Fachhochschulreife oder ein gleichwertig anerkannter Bildungsstand vorliegt. Ohne Abitur und ohne anerkannte gleichwertige Hochschulzugangsberechtigung steht der hier beschriebene Zugang zum Truppendienst allerdings nicht offen.
Kann man ohne Studium Offizier werden?
Für den regulären Weg musst du vor der Bewerbung kein Studium abgeschlossen haben, denn das Studium ist Bestandteil der Offizierlaufbahn. Es beginnt an einer Universität der Bundeswehr regelmäßig im zweiten Dienstjahr und endet in der Regel mit einem Mastergrad.
Ist es möglich, als Quereinsteiger Offizier der Bundeswehr zu werden?
Ja, ein Seiteneinstieg in den Truppendienst kann mit einem verwendungsnahen Bachelor- oder gleichwertigen Hochschulabschluss möglich sein. § 25 SLV sieht dafür mindestens drei Jahre Wehrdienst vor. Je nach Abschluss und Berufserfahrung können abweichende Einstiegsbedingungen und ein höherer Einstiegsdienstgrad gelten.
Welche Offizierlaufbahnen gibt es bei der Bundeswehr?
Neben dem Truppendienst nennt die Soldatenlaufbahnverordnung den Sanitätsdienst, den Militärmusikdienst, den Geoinformationsdienst und den militärfachlichen Dienst. Dieser Leitfaden behandelt schwerpunktmäßig den Truppendienst.
Wie schwer ist die Offizierslaufbahn?
Die Anforderungen sind hoch: Führungsverantwortung, körperliche Leistungsfähigkeit, fachliche Kompetenz und die Fähigkeit zu verantwortungsvollen Entscheidungen gehören dazu. Bereits das dreitägige Assessmentcenter prüft körperliche, geistige und charakterliche Eignung in mehreren Stationen.
Quellen
6.840 Fragen in 684 Übungen und 18 Kategorien, dazu 24 Probetests mit Zeitlimit, ein Persönlichkeitstest und ein KI-Assistent. Die ersten Übungen und drei Probetests sind kostenlos.



