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Bundeswehr Ausbildung: Berufe, Ablauf, Gehalt und Bewerbung

Bundeswehr Ausbildung im Überblick: über 50 zivile Berufe, duale Ausbildung in 27 Werkstätten, Voraussetzungen, Vergütung und Bewerbung verständlich erklärt.

Bundeswehr Azubis in technischer Ausbildung arbeiten mit ihrem Ausbilder in einer Werkstatt an Elektronik-Komponenten.

Wer „Bundeswehr Ausbildung“ sucht, meint meistens zwei sehr unterschiedliche Dinge: eine ganz normale duale Berufsausbildung bei einem großen öffentlichen Arbeitgeber oder eine Ausbildung in Uniform mit militärischem Dienst. Beides gibt es, beides führt zu einem anerkannten Berufsabschluss, aber die Verpflichtungen unterscheiden sich deutlich.

Dieser Artikel sortiert die beiden Wege, nennt die konkreten Berufe, den Ablauf, die Voraussetzungen, die Vergütung und den Zeitplan für die Bewerbung. So lässt sich klären, welche Variante zur eigenen Situation passt, bevor die erste Bewerbung rausgeht.

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Bundeswehr-Ausbildung: was der Begriff umfasst

Repräsentatives Verwaltungsgebäude der Bundeswehr im öffentlichen Dienst mit weitläufigem Rasen und Flaggenmasten.
Die Bundeswehr ist einer der größten Ausbildungsbetriebe im öffentlichen Dienst. Laut der offiziellen Darstellung der Bundeswehr arbeiten dort rund 266.000 Personen, davon über 81.000 zivile Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das ist mehr als ein Drittel der gesamten Belegschaft.

Insgesamt nennt die Bundeswehr über eintausend Berufsbilder. Diese Zahl ist nicht mit dem zu verwechseln, was aktuell konkret ausgeschrieben ist: In der Karrieresuche der Bundeswehr sind beispielsweise 243 Jobprofile gelistet. Für die zivile Berufsausbildung ist die relevante Zahl kleiner und übersichtlicher: über 50 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe.

Zivile Fachkräfte als Teil der Bundeswehr

Die zivilen Beschäftigten verteilen sich laut Bundeswehr auf drei große Blöcke. Rund 40.000 arbeiten in der Bundeswehrverwaltung, etwa als Anlagenmechanikerinnen, Elektroniker, Metallbauerinnen, Gärtner, Kaufleute für Büromanagement oder Verwaltungsfachangestellte. Etwa 30.000 Mitarbeitende sind direkt bei den Streitkräften, in der Rechtspflege und der Militärseelsorge tätig.

Rund 10.000 zivile Beschäftigte arbeiten in der Wehrtechnik. Sie kümmern sich um Entwicklung, Erprobung und Beschaffung von Wehrmaterial, vom Kampfpanzer bis zur persönlichen Ausrüstung der Soldatinnen und Soldaten. Wer sich für Technik interessiert, findet also auch ohne Uniform anspruchsvolle Aufgaben.

Wo die Ausbildung stattfindet

An 430 Ausbildungseinrichtungen in ganz Deutschland bereitet die Bundeswehr nach eigenen Angaben jährlich über 1.300 Auszubildende in dualen Berufsausbildungen auf ihre Karriere vor. Ein Teil davon läuft in den spezialisierten Ausbildungswerkstätten, ein anderer Teil direkt an Arbeitsplätzen in Dienststellen, Krankenhäusern, Verwaltungen oder Depots.

Die Größenordnung hat einen praktischen Vorteil: Ausbildungsplätze verteilen sich über das gesamte Bundesgebiet, nicht nur auf wenige Standorte. Welcher Beruf an welchem Ort ausgebildet wird, hängt allerdings von der jeweiligen Einrichtung ab.

Zivil oder in Uniform: die entscheidende Abgrenzung

Diese Unterscheidung ist der wichtigste Punkt der ganzen Entscheidung. Wer eine zivile Ausbildung bei der Bundeswehr macht, durchläuft keine militärische Ausbildung zur Soldatin oder zum Soldaten. Das bestätigt die Bundeswehr in ihren Informationen zur zivilen Ausbildung ausdrücklich.

Zivile Auszubildende tragen keine Uniform, absolvieren keine Grundausbildung und unterliegen in der Regel keiner militärischen Dienstpflicht. Sie arbeiten als Angestellte oder Auszubildende in Bereichen wie Verwaltung, Technik, IT, Medizin, Pflege, Logistik und Versorgung. Auslandseinsätze und Versetzungen gehören nicht zum Paket.

Bei der Variante in Uniform ändert sich der Status grundlegend. Dort kommt zur beruflichen Qualifizierung eine militärische Grundausbildung hinzu, dazu der Status als Soldat auf Zeit und eine feste Verpflichtungszeit. Wer diesen Weg wählt, ist zuerst Soldatin oder Soldat und übt seinen Fachberuf innerhalb dieses Rahmens aus.

Ein Wehrdienstberatungsoffizier beschreibt das Prinzip in einem Interview mit einem Ausbildungsportal so:

„Natürlich läuft man als Mediengestalter nicht Patrouille, aber man kann durchaus im Lager Schreibtischarbeiten erledigen“

Der Satz trifft den Kern: Der erlernte Beruf ändert nichts daran, dass militärische Dienstpflichten und mögliche Auslandseinsätze grundsätzlich dazugehören. Das ist kein Ausschlusskriterium, aber es sollte bewusst entschieden werden.

Welche Ausbildungsberufe es gibt

Die über 50 zivilen Ausbildungsberufe decken technische, kaufmännische, medizinische und handwerkliche Bereiche ab. Im technischen Bereich stehen laut den vorliegenden Übersichten 16 verschiedene Berufe zur Auswahl. Die nichttechnischen zivilen Ausbildungen konzentrieren sich auf die Bundeswehrverwaltung.

Technik, IT und Instandhaltung bilden den größten Block. Dazu zählen Elektronikerinnen und Elektroniker für Betriebstechnik, die Stromversorgungsanlagen in militärischen Liegenschaften warten, Mechatronikerinnen und Mechatroniker, die Fahrzeuge und komplexe Maschinen instand setzen, sowie Kfz-Mechatronikerinnen und Kfz-Mechatroniker, die an modernen Militärfahrzeugen arbeiten, ohne selbst Soldatin oder Soldat zu sein. Fachinformatikerinnen und Fachinformatiker betreuen IT-Systeme in verschiedenen Abteilungen. Dazu kommen luftfahrttechnische Berufe wie Fluggerätmechanikerin und Fluggerätmechaniker.

Verwaltung und kaufmännische Berufe laufen überwiegend in den zivilen Dienststellen. Verwaltungsfachangestellte organisieren Abläufe, erstellen Bescheide und bearbeiten Anträge. Kaufleute für Büromanagement gehören ebenfalls zum Angebot der Bundeswehrverwaltung.

Medizin, Pflege, Versorgung und Handwerk runden das Bild ab. Die Berufsbilder reichen von medizinischen Fachangestellten und Pflegefachkräften über Fachkräfte für Lagerlogistik bis zu Köchinnen, Köchen sowie Gärtnerinnen und Gärtnern. Wer eine medizinische oder pflegerische Ausbildung sucht, findet sie also auch außerhalb des Sanitätsdienstes in Uniform.

Duale Ausbildung in den Ausbildungswerkstätten

Bundeswehr-Soldaten bei einer praktischen militärischen Ausbildung auf einem Übungsplatz mit Zielscheiben im Gelände.
Die Berufsausbildung in der Bundeswehr folgt dem gleichen Konzept wie in der Wirtschaft. Der praktische Teil des dualen Systems findet in den Ausbildungswerkstätten statt, dazu kommt der Unterricht an einer Berufsschule. Die Bundeswehr nennt bundesweit 27 Ausbildungswerkstätten an 27 Standorten.

In diesen Ausbildungswerkstätten wird in zwölf Ausbildungsberufen ausgebildet. Dazu zählen klassische Handwerksberufe wie Kfz-Mechatronikerin, industrielle Metallberufe wie Industriemechaniker, Elektro- und IT-Berufe wie Elektronikerin für Geräte und Systeme oder Fachinformatikerin für Systemintegration sowie luftfahrttechnische Berufe.

Ausbildungsberuf Dauer (Monate)
Anlagenmechaniker/-in 42
Elektroniker/-in für Betriebstechnik 42
Elektroniker/-in für Geräte und Systeme 42
Elektroniker/-in für Informations- und Systemtechnik 42
Fachinformatiker/-in (Systemintegration) 36
Fluggerätelektroniker/-in 42
Fluggerätmechaniker/-in (Instandhaltungstechnik) 42
Fluggerätmechaniker/-in (Triebwerkstechnik) 42
Industriemechaniker/-in 42
IT-System-Elektroniker/-in 36
Kfz-Mechatroniker/-in 42
Mechatroniker/-in 42

Außerhalb der Ausbildungswerkstätten sind auch kürzere Ausbildungen möglich. Über alle zivilen Ausbildungsberufe hinweg reicht die Spanne nach den vorliegenden Zusammenstellungen von 24 bis 42 Monaten, weil Berufe wie Verwaltungsfachangestellte kürzer angelegt sind. Maßgeblich ist immer die konkrete Ausschreibung.

Ablauf: Werkstatt und Berufsschule im Wechsel

Der Berufsschulunterricht wird entweder im wöchentlichen Modell an festgelegten Tagen oder im wochenweisen Blockunterricht organisiert. Welches Modell gilt, hängt von der zuständigen Berufsschule ab.

Zwischen den Theoriephasen steht die praktische Arbeit. In den technischen Berufen findet sie überwiegend in der Werkstatt statt, in Verwaltung, Medizin und Logistik direkt am Arbeitsplatz in einer Dienststelle. Ergänzend sind Orientierungspraktika möglich, die einen Einblick in den späteren Alltag geben.

Kleine Gruppen, kein Kundendruck

Ein Unterschied zur freien Wirtschaft fällt schnell auf. Die Ausbildungswerkstätten sind auf die Bedürfnisse der Auszubildenden ausgerichtet und arbeiten ohne Termindruck durch Kundenaufträge. Die Ausbilderinnen und Ausbilder können ihre Zeit dadurch voll in die Betreuung investieren.

Ausgebildet wird in Gruppen, oft mit nur zehn bis zwölf Personen pro Ausbildungsjahr. Das erleichtert den Austausch und stärkt den Zusammenhalt im Jahrgang. Die Ausstattung reicht laut Bundeswehr von CNC-Maschinen bis zu 3D-Druckern. CNC steht für „computerized numerical control“, also computergestützte numerische Steuerung.

Prüfung vor IHK oder Handwerkskammer

Die Ausbildung folgt den Vorgaben des Berufsbildungsgesetzes. Am Ende steht eine staatlich anerkannte Prüfung vor einer Industrie- und Handelskammer, einer Handwerkskammer oder einem zuständigen Prüfungsausschuss.

Der Abschluss ist damit derselbe wie in einem privaten Betrieb. Die Bundeswehr weist darauf hin, dass Absolventinnen und Absolventen der Ausbildungswerkstätten in den Prüfungen regelmäßig überdurchschnittlich gut abschneiden.

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Ausbildung in Uniform: Fachunteroffizier mit zivilberuflicher Qualifizierung

Ausbilder erklärt einem Lehrling technische Abläufe an einer Industriemaschine in der Ausbildungswerkstatt.
Wer eine Ausbildung in Uniform sucht, landet häufig beim Modell für Fachunteroffiziere. Es verbindet drei Elemente: den Status als Soldatin oder Soldat auf Zeit, die militärische Grundausbildung mit Inhalten wie Schießen, Tarnen und Zeltaufbau sowie Ausbildung und Arbeit in einem zivilen Beruf.

Die Qualifizierung erfolgt auf Gesellen- beziehungsweise Facharbeiterebene. Als Beispiele nennt die Bundeswehr unter anderem Elektronikerin und Elektroniker für Geräte und Systeme oder Betriebstechnik, Fachkraft für Lagerlogistik, Köchin und Koch, Fluggerätelektronikerin und Fluggerätelektroniker, Feinwerkmechanikerin und Feinwerkmechaniker, Fachinformatikerin und Fachinformatiker für Systemintegration, Rettungssanitäterin und Rettungssanitäter sowie medizinische Fachangestellte.

Verpflichtungszeit realistisch einschätzen

Der Preis für diese Kombination ist eine feste Bindung. Für das Fachunteroffizier-Modell nennt die Bundeswehr grundsätzlich zwölf Jahre Verpflichtungszeit, im Sanitätsdienst 13 Jahre. Wer bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung mitbringt, kann unter Umständen eine kürzere Dienstzeit vereinbaren.

Diese Verpflichtungszeit ist verbindlich und lässt sich nicht wie ein Ausbildungsvertrag in der Wirtschaft mit kurzer Frist beenden. Sie sollte deshalb ganz am Anfang der Überlegungen stehen, nicht am Ende.

Weitere militärische Laufbahnen

Neben den Fachunteroffizieren gibt es weitere Laufbahngruppen, von den Mannschaften über die Unteroffiziere bis zu den Offizieren. Für (Fach-)Abiturientinnen und (Fach-)Abiturienten ist das Studium bei der Bundeswehr in der Offizierslaufbahn besonders gefragt. Viele entscheiden sich aber auch für die Feldwebellaufbahn und absolvieren dort eine Ausbildung, für die sie sich mehrere Jahre verpflichten. Die Auswahl ist auch hier groß und reicht von Industriemechanikerin über Mediengestalter bis zu Notfallsanitäterin und Physiotherapeut.

Die folgende Übersicht ordnet durchschnittliche Einstiegsgehälter nach Dienstgraden zu. Sie stammt nicht von der Bundeswehr selbst, sondern aus einer redaktionellen Zusammenstellung, und dient nur zur groben Orientierung.

Durchschnittliche Einstiegsgehälter bei der Bundeswehr. Diese Werte können mit Berufserfahrung deutlich steigen.

Dienstgrad Gehalt
Soldat auf Zeit 1.500 bis 1.800 Euro
Soldat (einfacher Dienst) 1.800 bis 2.000 Euro
Obergefreiter / Hauptgefreiter 2.100 bis 2.300 Euro
Unteroffizier 2.500 bis 2.800 Euro
Stabsunteroffizier 2.800 bis 3.100 Euro
Feldwebel 3.100 bis 3.400 Euro
Leutnant 3.300 bis 3.500 Euro
Hauptmann 3.800 bis 4.200 Euro
Major 4.500 bis 5.500 Euro

Die offiziellen Angaben zur Besoldung im Fachunteroffizier-Modell weichen davon ab, weil sie Nettobeträge nennen. Dazu mehr im Abschnitt zur Vergütung.

Beamtenlaufbahnen und duales Studium als zivile Alternativen

Neben der klassischen Berufsausbildung gibt es zivile Laufbahnen im Beamtenverhältnis. Sie gliedern sich in mittleren, gehobenen und höheren Dienst. Statt eines Ausbildungsvertrags steht dort eine Laufbahnausbildung, die auf eine Verbeamtung zielt.

Mittlerer Dienst mit Vorbereitungsdienst

Für den mittleren Dienst wird mindestens die mittlere Reife verlangt oder ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung. Der Vorbereitungsdienst dauert zwei Jahre und enthält unter anderem ein neunmonatiges Praktikum in einer Bundesbehörde sowie eine Fremdsprachenausbildung in Englisch.

Die Aufgaben liegen in technischen Bereichen oder in der Verwaltung. Genannt werden zum Beispiel Elektromeisterin und Elektromeister, Kfz-Werkstattleiterin und Kfz-Werkstattleiter oder Technische Zeichnerin und Technischer Zeichner, in der Verwaltung Bibliothekarin, Rechnungsführer oder Büroleiterin. Nach bestandener Laufbahnprüfung folgt im Regelfall eine dreijährige Probezeit als Beamtin oder Beamter auf Probe.

Gehobener Dienst und duales Studium

Für den gehobenen Dienst führt der Weg über ein duales Bachelor-Studium. Als Beamtenanwärterin oder Beamtenanwärter besteht je nach Ausschreibung die Wahl zwischen bis zu 14 Studiengängen an verschiedenen Kooperationshochschulen. Parallel zum Studium läuft eine qualifizierende Laufbahnausbildung in der Bundeswehrverwaltung.

Diese Verwaltung versteht sich als Ausrüster und Dienstleister der Streitkräfte. Sie ist mit drei zentralen Bundesämtern und einem dichten Netz aus Dienststellen über das gesamte Bundesgebiet verteilt. In Praktika bei den zivilen Dienststellen bekommen Studierende einen umfangreichen Einblick in die tägliche Arbeit, während die Beamtenlaufbahn mit dem Ziel der Verbeamtung auf Lebenszeit startet.

Auch außerhalb der Beamtenlaufbahnen gibt es duale Studiengänge mit hohem Praxisanteil, etwa in der Informatik, der öffentlichen Verwaltung oder der Wehrtechnik. Sie richten sich an Abiturientinnen und Fachabiturienten und sind von der klassischen Berufsausbildung klar abzugrenzen: Ein duales Studium endet mit einem akademischen Abschluss, die Berufsausbildung mit einer Kammerprüfung.

Voraussetzungen, Bewerbung und Zeitplanung

Junge Bewerber in einer Gruppe beim Einstellungstest im Assessment-Center konzentriert an einem langen Tisch.
Für eine zivile Berufsausbildung bei der Bundeswehr ist mindestens ein Hauptschulabschluss erforderlich. Das ist die Grundregel, die die Bundeswehr selbst nennt. Eine Laufbahnausbildung kann mit unterschiedlichen Schulabschlüssen begonnen werden.

Je nach Beruf steigen die Anforderungen. Für technische, kaufmännische oder IT-Berufe wird häufig ein Realschulabschluss, die Fachhochschulreife oder das Abitur erwartet. Gute Leistungen in Deutsch, Mathematik und naturwissenschaftlichen Fächern spielen ebenfalls eine Rolle, besonders in technischen Berufen. Wer viel mit Verwaltung oder Publikumskontakt zu tun hat, sollte sich schriftlich und mündlich sicher ausdrücken können.

Bewerbung über das Karriereportal

Die Bewerbung für eine Ausbildung in den Ausbildungswerkstätten läuft online über das Karriereportal der Bundeswehr. Dort finden sich alle aktuellen Ausschreibungen. Eine persönliche Beratung ist zusätzlich in den Karrierebüros möglich, von denen es nach Angaben aus der Bewerbungspraxis mehr als 100 Beratungsstellen in ganz Deutschland gibt.

Für die Ausbildungswerkstätten werden folgende Unterlagen benötigt:

  • Bewerbungsschreiben
  • Lebenslauf
  • letztes Schulzeugnis
  • bei Minderjährigen die Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten
  • Praktikums- und Arbeitszeugnisse, sofern vorhanden

Für Beamtenlaufbahnen ist laut den vorliegenden Bewerbungsübersichten auch eine Bewerbung per Post möglich. Die Empfängeradresse richtet sich dann nach dem Bundesland, in dem die Ausbildung stattfinden soll. Die Bewerbungsfristen unterscheiden sich je nach Ausbildung und Laufbahn und stehen auf der Karriereseite der Bundeswehr.

Zeitplanung: wann Plätze ausgeschrieben werden

Die Bundeswehr schreibt Ausbildungsplätze in den Ausbildungswerkstätten in der Regel ab dem 1. Oktober eines Jahres für den Ausbildungsjahrgang im übernächsten Jahr aus. Konkret bedeutet das: Von Oktober 2025 bis September 2026 werden die Stellen für das Jahr 2027 ausgeschrieben. Bewerberinnen und Bewerber haben also gut ein Jahr Zeit.

Für einen Start im Jahr 2026 lohnt sich trotzdem der Blick ins Karriereportal. Viele Ausbildungseinrichtungen bieten zusätzlich Restplätze für eine Einstellung im laufenden Kalenderjahr an. Wer flexibel ist, kommt darüber manchmal kurzfristig zum Zug.

Einstellungstest, Assessment-Center und Alter

Für militärische Laufbahnen gehört ein Auswahlverfahren dazu, das je nach Laufbahn mehrere Bausteine umfasst und in Teilen als Assessment-Center organisiert ist. Private Vorbereitungsanbieter stellen dafür Übungsformate bereit, darunter ein kurzer Selbsttest, der als CAT-Test bezeichnet wird und Bereiche wie Rechtschreibung, Sprachverständnis, Mathematik, Logik, Konzentration und Allgemeinwissen abdeckt. Solche Trainings sind kein offizieller Bestandteil des Verfahrens, können aber beim Üben helfen.

Wer sich vorbereitet, sollte den Schwerpunkt auf Grundlagen legen: Rechnen, Textverständnis, Logik und Konzentration tauchen in fast jedem Einstellungstest auf. Ein Assessment-Center prüft zusätzlich Verhalten in Gruppen und im Gespräch. Für eine zivile Ausbildung steht dagegen das übliche Auswahlverfahren des öffentlichen Dienstes im Vordergrund, also Unterlagen und Vorstellungsgespräch.

Beim Alter gibt es keine einheitliche Regel. Nach Angaben von Vorbereitungsportalen liegt das Mindestalter für militärische Laufbahnen bei 17 Jahren, wobei Minderjährige die Einverständniserklärung der Sorgeberechtigten brauchen. Eine generelle Höchstaltersgrenze für militärische Laufbahnen wurde demnach aufgehoben, je nach Tätigkeit kann sie bis zu 50 Jahre betragen, und bei Bewerbenden über 40 Jahren entscheidet das Bundesministerium der Verteidigung. Für die Offizierslaufbahn wird in denselben Übersichten eine Obergrenze von 29 Jahren genannt. Verbindlich ist immer die jeweilige Ausschreibung.

Vergütung: zivile Ausbildung und Ausbildung in Uniform

Die Ausbildungsvergütung im zivilen Bereich ist tariflich geregelt, unter anderem über den TVAöD und den TVöD Bund. Das schafft Transparenz: Was gezahlt wird, hängt nicht vom Verhandlungsgeschick ab, sondern von Beruf, Lehrjahr und Tarifgruppe.

Für Auszubildende in den Ausbildungswerkstätten nennt die Bundeswehr eine Vergütung von ungefähr 1.300 Euro im ersten Lehrjahr, die auf über 1.450 Euro im vierten Jahr steigt. In einzelnen Ausschreibungen können die Beträge leicht abweichen, weil sich die Eingruppierung nach dem konkreten Ausbildungsberuf richtet.

Was nach dem Abschluss gezahlt wird

Der Großteil der zivilen Angehörigen der Bundeswehr sind Tarifbeschäftigte. Die Übrigen sind Beamtinnen und Beamte in den verschiedenen Laufbahngruppen. Das Gehalt setzt sich unter anderem aus dem Grundgehalt nach Gehaltsgruppe und der individuellen Entwicklungs- oder Erfahrungsstufe zusammen.

Gehaltstabelle Zivile Laufbahnen Bundeswehr

Laufbahn Tarifbeschäftigte Beamtinnen und Beamte
Einfacher Dienst 2.700€* 2.700€*
Mittlerer Dienst 2.900€* 2.800€*
Gehobener Dienst 3.600€* 3.300€*
Höherer Dienst 4.600€* 5.000€*

*Beispielhaftes Brutto für die niedrigste Gruppe und Stufe in den jeweiligen Entgelt- und Besoldungstabellen

Die Werte zeigen den Einstieg, nicht das Maximum. Mit Erfahrungsstufen, Höhergruppierung oder einem Wechsel in eine andere Laufbahn verändert sich die Einstufung. Bei Beamtinnen und Beamten richtet sich die Besoldung nach der jeweiligen Besoldungsgruppe, bei Tarifbeschäftigten nach der Entgeltgruppe.

Bezüge im Fachunteroffizier-Modell

Für die Ausbildung in Uniform nennt die Bundeswehr im Fachunteroffizier-Modell ein monatliches Nettogehalt zwischen etwa 2.320 und 2.781 Euro. Dazu kommen Familien- und Kinderzuschläge sowie Zuschläge bei Auslandseinsätzen. Bei bereits abgeschlossener Berufsausbildung ist ein höheres Einstiegsgehalt möglich.

Der Vergleich mit der zivilen Ausbildungsvergütung ist auf den ersten Blick eindeutig, führt aber leicht in die Irre. Die zivilen Werte sind Bruttobeträge während einer Ausbildung, die Angaben zum Fachunteroffizier sind Nettobeträge in einer militärischen Dienstlaufbahn mit zwölf Jahren Verpflichtungszeit. Wer beides gegenüberstellt, sollte den gesamten Zeitraum und die Bindung mitrechnen, nicht nur den Monatsbetrag.

Nach dem Abschluss: Anerkennung, Übernahme, Weiterbildung

Die zivilen Ausbildungen der Bundeswehr sind bundesweit anerkannt und mit Abschlüssen aus der freien Wirtschaft vergleichbar. Der Abschluss gilt also auch dann, wenn der weitere Berufsweg nach draußen führt. Genau das macht diesen Weg für Schulabgängerinnen und Schulabgänger interessant, die sich noch nicht dauerhaft festlegen wollen.

Nach erfolgreichem Abschluss und guten Leistungen bestehen gute Chancen auf eine unbefristete Übernahme. Je nach Laufbahn mündet das in ein dauerhaftes Arbeitsverhältnis als Tarifbeschäftigte oder in ein Beamtenverhältnis. Damit verbunden ist die Jobsicherheit, die den öffentlichen Dienst für viele attraktiv macht.

Der Weg endet dort nicht. Die Bundeswehr sieht Weiterqualifizierungen und ein anschließendes Studium als weitere Entwicklungsmöglichkeiten vor. Aus einer Ausbildung im gewerblich-technischen Bereich kann so ein Aufstieg in den mittleren oder gehobenen Dienst werden, aus einer Verwaltungsausbildung ein duales Studium in der Bundeswehrverwaltung.

Ein konkreter nächster Schritt: Zuerst die Grundsatzfrage klären, ob eine Bindung als Soldat auf Zeit infrage kommt oder nicht. Danach im Karriereportal der Bundeswehr nach dem gewünschten Beruf und dem Standort filtern, die Anforderungen der Ausschreibung mit dem eigenen Zeugnis abgleichen und die Unterlagen zusammenstellen. Wer unsicher ist, vereinbart vorher einen Termin in einem Karrierebüro in der Nähe.

Häufig gestellte Fragen

Welche Ausbildungen kann man bei der Bundeswehr machen?

Das zivile Angebot umfasst über 50 staatlich anerkannte Ausbildungsberufe in Technik, IT, Verwaltung, Medizin, Pflege, Handwerk und Logistik. Häufig ausgeschrieben sind zum Beispiel Elektroniker/in, Fachinformatiker/in, Kfz-Mechatroniker/in, Fluggerätmechaniker/in, Medizinische/r Fachangestellte/r und Verwaltungsfachangestellte/r.

Welche zivilen Berufe gibt es bei der Bundeswehr?

Zu den zivilen Berufsfeldern gehören technische und handwerkliche Berufe wie Elektroniker/in, Mechatroniker/in und Industriemechaniker/in, dazu IT, Verwaltung, Medizin, Pflege und Lagerlogistik. Im nichttechnischen Bereich liegt der Schwerpunkt auf Tätigkeiten in der Bundeswehrverwaltung.

Was braucht man, um eine zivile Ausbildung bei der Bundeswehr zu machen?

Grundsätzlich wird mindestens ein Hauptschulabschluss verlangt. Je nach Ausbildungsberuf kommen ein Realschulabschluss oder das (Fach-)Abitur hinzu, ebenso gute Leistungen in Deutsch, Mathematik oder den Naturwissenschaften.

Wie läuft eine zivile Berufsausbildung bei der Bundeswehr ab?

Sie folgt dem dualen System. Der praktische Teil findet in einer Ausbildungswerkstatt oder an einem Arbeitsplatz der Bundeswehr statt, der theoretische Unterricht in der Berufsschule, entweder an festen Wochentagen oder im Blockmodell. Am Ende steht eine anerkannte Kammerprüfung.

Wie lange dauert die zivile Ausbildung bei der Bundeswehr?

In den Ausbildungswerkstätten dauert sie je nach Beruf zwischen 36 und 42 Monaten. Über alle zivilen Ausbildungsberufe hinweg wird die Spanne in den Quellen mit zwei bis dreieinhalb Jahren beschrieben. Maßgeblich ist die jeweilige Ausschreibung.

Wie viel Geld bekommt man in der Bundeswehr-Ausbildung?

Für Auszubildende in den Ausbildungswerkstätten nennt die Bundeswehr rund 1.300 Euro im ersten Lehrjahr und über 1.450 Euro im vierten Jahr. Das Fachunteroffizier-Modell in Uniform wird dagegen mit etwa 2.320 bis 2.781 Euro netto monatlich angegeben, allerdings als militärische Dienstlaufbahn mit zivilberuflicher Qualifizierung.

Wie viel verdient man zivil bei der Bundeswehr?

Nach der Ausbildung richtet sich die Vergütung nach Entgeltgruppe und Erfahrungsstufe. Die offizielle Übersicht nennt beispielhaft 2.700 Euro brutto im einfachen Dienst und 4.600 Euro brutto für Tarifbeschäftigte im höheren Dienst. Die konkrete Einstufung hängt von Stelle und Qualifikation ab.

Kann man bei der Bundeswehr eine zivile Ausbildung ohne militärische Ausbildung machen?

Ja. Zivile Mitarbeitende absolvieren keine militärische Ausbildung zur Soldatin oder zum Soldaten, tragen keine Uniform und unterliegen in der Regel keiner militärischen Dienstpflicht. Die Bewerbung läuft über das offizielle Bewerbungsportal der Bundeswehr.

Was ist der Unterschied zwischen einer zivilen und einer militärisch verzahnten Ausbildung?

Bei der zivilen Ausbildung wechseln sich Berufsschule und praktische Arbeit ab, ohne Uniform und ohne militärische Grundausbildung. In Uniform kommen die Grundausbildung, der Status als Soldat auf Zeit und die zivilberufliche Qualifizierung hinzu. Damit können auch Versetzbarkeit und Auslandseinsätze verbunden sein.

Wann beginnt die Ausbildung bei der Bundeswehr 2026?

Der Beginn hängt vom Beruf und der jeweiligen Ausschreibung ab. Die Bundeswehr nennt als Regelfall, dass Plätze ab dem 1. Oktober für den übernächsten Ausbildungsjahrgang ausgeschrieben werden. Restplätze für das laufende Jahr können zusätzlich veröffentlicht werden, deshalb lohnt für 2026 ein Blick ins Karriereportal.

Quellen

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Bundeswehr Karriere · Einstellungstest 2026Bereite dich auf den Bundeswehr-Einstellungstest vor

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★★★★★4,9/5 · Über 2.800 Bewerber