Wer mit abgeschlossener Ausbildung, Studium oder mehreren Jahren Berufserfahrung über einen Wechsel zur Bundeswehr nachdenkt, steht schnell vor drei Fragen: Welche Laufbahn passt zu meiner Qualifikation, was wird davon angerechnet, und bin ich dafür noch jung genug? Dieser Artikel beantwortet diese Punkte anhand der offiziellen Vorgaben der Bundeswehr.
Der Text richtet sich an Fachkräfte aus dem zivilen Berufsleben ebenso wie an frühere Soldatinnen und Soldaten, die zurückkehren wollen. Beide Gruppen laufen im Verfahren unterschiedlich, und genau diese Unterscheidung entscheidet später über Dienstgrad und Verwendung.
Was ein Quereinstieg bei der Bundeswehr bedeutet
Ein Quereinstieg beschreibt den Einstieg in eine Tätigkeit bei der Bundeswehr mit bereits vorhandener beruflicher Qualifikation oder Berufserfahrung. Infrage kommen Personen mit abgeschlossener Ausbildung, einem Studium oder einschlägiger Praxis im Beruf.
Je nach Tätigkeit können vorhandene Kenntnisse angerechnet oder gezielt durch militärische beziehungsweise fachliche Ausbildungen ergänzt werden. Das ist der Kern des Modells: Sie bringen Fachwissen mit, die Bundeswehr ergänzt den militärischen Teil.
Der Einstieg ist sowohl in militärischen Laufbahnen als auch in zahlreichen zivilen Berufen der Bundeswehr möglich. Wer als Quereinsteiger in den zivilen Bereich geht, arbeitet als Tarifbeschäftigte, Tarifbeschäftigter oder in einer Beamtenlaufbahn. Tarifbeschäftigte und Quereinsteigende können dabei nach anderen Regeln eingestellt werden als klassische Laufbahnbewerber.
Ein wichtiger Hinweis vorweg: Die konkreten Voraussetzungen unterscheiden sich je nach Beruf und Laufbahn. Eine pauschale Antwort auf die Frage „Was ist für mich möglich?“ gibt es nicht, weder beim Dienstgrad noch beim Alter.
Welche militärischen Laufbahnen Fachkräften offenstehen

Die Anforderungen an den Schulabschluss variieren bei Soldatinnen und Soldaten je nach Laufbahngruppe. Für Mannschaften ist kein Schulabschluss erforderlich, es genügt die erfüllte Schulpflicht. Unteroffiziere brauchen mindestens einen Hauptschulabschluss.
In die Feldwebel– beziehungsweise Bootsmannlaufbahn, also die Unteroffiziere mit Portepee, können Bewerberinnen und Bewerber mit Hauptschulabschluss und Berufserfahrung oder mit mittlerem Schulabschluss einsteigen. Genau hier landen viele Fachkräfte, die eine Lehre und einige Jahre Praxis mitbringen. Für die Offizierslaufbahn sind grundsätzlich Fachhochschulreife oder Abitur erforderlich.
Neben der Laufbahngruppe zählt das Fachgebiet. Für Quereinsteiger kommen unter anderem militärische Laufbahnen mit vorhandener Berufsausbildung, der Sanitätsdienst, IT und Cyber-Sicherheit, Logistik und Materialbewirtschaftung sowie technische Spezialverwendungen infrage. Welche Verwendung tatsächlich möglich ist, hängt von Ihrer Qualifikation und vom Personalbedarf ab.
Militärfachlicher Dienst nach §§ 43 bis 47 SLV
Wer keine Hochschulreife hat, aber fachlich weit ist, sollte den militärfachlichen Dienst nach §§ 43 bis 47 der Soldatenlaufbahnverordnung kennen. Er ist der einzige Offizierweg, der ohne Fachhochschulreife oder Abitur zugänglich ist, und deshalb der Schwerpunkt dieses Ratgebers.
Die Abgrenzung zur allgemeinen Offizierlaufbahn ist damit klar: Dort verlangt die offizielle Übersicht der Bundeswehr Fachhochschulreife oder Abitur, hier steht die fachliche Eignung im Vordergrund. Der militärfachliche Dienst führt Sie nicht über ein Studium an einer Universität der Bundeswehr, sondern über Ihre bereits vorhandene Fachkompetenz in die Offiziergruppe.
Wie die SLV im Einzelfall greift, zeigt ein dokumentiertes Reserveverfahren der Bundeswehr: Für Dienstposten, die ein spezifisches Studium fordern, wird dort eine Einstellung nach § 43 Absatz 3 in Verbindung mit § 26 Absatz 2 SLV beschrieben. Die Norm allein sagt also noch nichts über Ihre Einstufung.
Entscheidend ist am Ende immer die Kombination aus Zielposten, vorhandener Qualifikation und Personalbedarf. Prüfen Sie deshalb jede konkrete Ausschreibung einzeln, statt aus einem allgemeinen Paragrafen auf Ihren künftigen Dienstgrad zu schließen.
Offizier-Seiteneinstieg mit ziviler Qualifikation

Neben der regulären Offizierlaufbahn wird zwischen Wiedereinstellern und Seiteneinsteigern unterschieden. Seiteneinsteiger erhalten ihren Offizierdienstgrad nicht aufgrund eines militärischen Werdegangs, sondern aufgrund ihrer zivilen Qualifikation. Manche haben einen früher erworbenen Mannschaftsdienstgrad, andere hatten vorher gar keinen Kontakt zur Bundeswehr.
Welcher Dienstgrad verliehen wird, hängt vom Studienabschluss und der vorgesehenen Fachverwendung ab. Ein Bachelorabschluss kann laut einer Darstellung aus der Praxis nach § 25 Absatz 1 und 2 SLV grundsätzlich zu einer Einstellung als Oberleutnant berechtigen, bei Berufserfahrung auch höher. Voraussetzung ist eine passende Fachverwendung, es muss also ein entsprechender Dienstposten vorhanden sein.
Masterabschlüsse oder Staatsexamina können in dieser Darstellung zu einer Einstellung als Stabsoffizier führen. Fehlt die passende Fachstelle, bleibt die Einstellung als Offizieranwärter möglich, dann allerdings mit dem regulären Weg über die Offizierausbildung.
Die Fachverwendung ist damit der eigentliche Hebel. Ohne passenden Dienstposten nützt der beste Abschluss wenig, und mit passendem Dienstposten wird aus einem Seiteneinstieg ein sehr direkter Weg in eine Offizierverwendung.
Wiedereinsteller: militärische Vorerfahrung zählt anders
Wiedereinsteller waren bereits Soldatin oder Soldat und haben einen Dienstgrad erlangt. Sie werden mit dem bereits erworbenen Dienstgrad wieder eingestellt, gestützt auf § 5 Absatz 2 Satz 2 der Soldatenlaufbahnverordnung. Frühere Dienstzeiten und Qualifikationen können unter Umständen angerechnet werden.
Ein dokumentierter Verlauf macht das anschaulich: Ein früherer Grundwehrdienstleistender wurde nach zehn Monaten als Obergefreiter entlassen, durchlief als Reservist parallel zu Jurastudium und Promotion die Ausbildung zum Reserveoffizier, leistete regelmäßig Wehrübungen, besuchte Lehrgänge und wurde befördert. Weil er als Reservist bereits den Dienstgrad Oberstleutnant erworben hatte, konnte er auch als Stabsoffizier im Truppendienst mit diesem Dienstgrad eingestellt werden.
Der Unterschied zum Seiteneinstieg ist damit sauber gezogen. Beim Wiedereinstieg beruht der Dienstgrad auf einem früheren militärischen Werdegang, beim Seiteneinstieg auf einer zivilen Qualifikation. Wer beide Wege offen hat, sollte vergleichen: Die Wahl kann unterschiedliche Folgen für Verwendung und Einstufung haben.
Ein sozialer Punkt gehört dazu. Wer als Quereinsteiger mit höherem Dienstgrad in den Truppendienst kommt, wird nach der geschilderten Erfahrung damit konfrontiert, dass Soldaten mit regulärem Werdegang und langer Diensterfahrung Unverständnis darüber äußern, warum jemand mit kürzerer Dienstzeit denselben Dienstgrad führt. Dickes Fell und Taktgefühl sind dabei gefragt.
Altersgrenzen: Was mit 40, 50 oder 60 noch geht
Die Altersgrenze ist die Frage, die Quereinsteiger am häufigsten stellt. Für den militärischen Dienst gilt laut der offiziellen Übersicht der Bundeswehr: Einstellung frühestens mit 17 Jahren und nur mit schriftlicher Zustimmung der Erziehungsberechtigten. Die Einstellung als Soldatin oder Soldat auf Zeit ist grundsätzlich bis zum vollendeten 62. Lebensjahr möglich, orientiert an der allgemeinen Altersobergrenze für Berufssoldatinnen und Berufssoldaten.
Für Offiziere in den Laufbahnen des Sanitätsdienstes, des Militärmusikdienstes und des Geoinformationsdienstes gilt eine Altersobergrenze von 65 Jahren. Reservedienstleistungen sind längstens bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres möglich.
Im zivilen Bereich sieht es anders aus. Beamtinnen und Beamte sowie Tarifbeschäftigte können ab 16 Jahren in ein Beschäftigungsverhältnis mit der Bundeswehr eintreten. Ein Einstieg in die Beamtenlaufbahn ist bis zum vollendeten 50. Lebensjahr möglich. Quereinsteigende und Tarifbeschäftigte können auch danach eingestellt werden, sofern sie die erforderlichen Qualifikationen mitbringen.
Ein Alter von 40 oder 50 Jahren ist damit kein Ausschlusskriterium, weder militärisch noch zivil. Ein Pilotprojekt an der Offizierschule des Heeres in Dresden, das seit Januar 2018 einen dreimonatigen „Offizierlehrgang Seiteneinstieg“ anbot, bildete 17 Seiteneinsteiger im Alter zwischen 22 und 49 Jahren aus, die anschließend etwa als IT-Offizier oder Truppenfachlehrer arbeiten konnten. Das ist keine allgemeine Altersgrenze, zeigt aber die Spannbreite.
„Uns geht es so wie dem kraftvollen deutschen Mittelstand, dass wir alle Personal suchen.“ — Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen, 1. Februar 2019 in Dresden
Prüfen Sie Alter und Laufbahn immer getrennt. Maßgeblich ist die Grenze der konkreten Laufbahn und der jeweiligen Ausschreibung, nicht ein pauschaler Wert.
Staatsangehörigkeit, Schulabschluss und Tauglichkeit
Für den Dienst als Soldatin oder Soldat ist die deutsche Staatsangehörigkeit Pflicht. Das gilt für alle militärischen Laufbahnen. Eine zusätzliche Staatsbürgerschaft schließt eine Bewerbung nach Angaben der Bundeswehr nicht grundsätzlich aus. Ausnahmen von der Staatsangehörigkeitspflicht kann das Bundesministerium der Verteidigung bei dienstlichem Bedürfnis im Einzelfall zulassen.
Bei Beamtinnen und Beamten ist die Lage weiter gefasst. Sie können in einigen Ausnahmefällen auch ohne deutsche Staatsangehörigkeit eingestellt werden, etwa in Positionen, die besondere Qualifikationen erfordern. Diese Regelung gilt vor allem für EU-Angehörige und ihnen gleichgestellte Personen.
Vor der Einstellung in den militärischen Dienst steht die ärztliche Tauglichkeitsuntersuchung, die Musterung. Geprüft wird, ob körperliche und geistige Verfassung den Anforderungen der angestrebten Laufbahn entsprechen. Das Ergebnis wird in Tauglichkeitsgraden festgehalten, von „verwendungsfähig“ bis „nicht verwendungsfähig“. Wer als nicht tauglich eingestuft wird, kann nicht eingestellt werden, auch wenn alle anderen Voraussetzungen erfüllt sind. Für Männer ab Geburtsjahrgang 2008 ist die Musterung seit 2026 wieder verpflichtend; das Standardverfahren besteht aus ärztlicher Begutachtung, Computertest und persönlichem Gespräch und ist meist innerhalb eines Tages abgeschlossen.
Für zivile Stellen gelten keine einheitlichen Vorgaben zur Tauglichkeit. Die gesundheitliche Eignung richtet sich nach den Anforderungen des jeweiligen Arbeitsplatzes. Tarifbeschäftigte sowie Beamtinnen und Beamte durchlaufen im Einstellungsverfahren eine amtsärztliche Untersuchung.
Bewerbung, Beratung und Auswahlverfahren
Für die militärische Laufbahn ist zuerst ein Beratungsgespräch mit der Karriereberatung der Bundeswehr notwendig. Danach stellen Sie gemeinsam mit den Karriereberaterinnen und Karriereberatern Ihre Unterlagen zusammen und leiten sie an ein Karrierecenter der Bundeswehr oder das Assessmentcenter für Führungskräfte weiter.
Für die zivile Laufbahn oder eine Einstellung als Tarifbeschäftigte beziehungsweise Tarifbeschäftigter läuft die Bewerbung online über das Bewerbungsportal der Bundeswehr. Anschließend folgt das Auswahlverfahren inklusive Bewerbungsgespräch.
Das Assessmentverfahren dauert nach den Angaben der Karriere-FAQ der Bundeswehr in der Regel ein bis drei Tage und umfasst typischerweise diese Stationen:
- Vorstellungsgespräch
- Medizinische Eignungsuntersuchung
- Sporttest (nur für die Laufbahn der Offizierinnen und Offiziere)
- Computergestützte Tests
- Gruppensituationsverfahren (nur für die Laufbahn der Offizierinnen und Offiziere)
- Ausbildungseignungsuntersuchung für erforderliche zivilberufliche Ausbildungsmaßnahmen
- Studienberatung für die Offizierlaufbahn
Zu den computergestützten Tests gehört der CAT-Test, ein adaptives Verfahren, das im Auswahlverfahren für militärische Laufbahnen eingesetzt wird. Ein gewerblicher Testanbieter beschreibt ihn mit 25 Fragen aus Rechtschreibung, Sprachverständnis, Mathematik, Logik, Konzentration und Wissen bei einem Zeitlimit von zwölf Minuten; die Bundeswehr selbst veröffentlicht solche Detailangaben nicht. Planen Sie den CAT-Test also als festen Bestandteil ein, ohne sich auf einen bestimmten Fragenumfang zu verlassen.
Wer eine Dienstzeit von zwei Jahren oder länger anstrebt, muss zusätzlich mit einem Gespräch mit der Assessmentkommission rechnen. Je nach Beruf können außerdem weitere Eignungsnachweise oder Fachgespräche erforderlich sein. Eine pauschale Bearbeitungsdauer nennt die Bundeswehr nicht; Bewerbungen sollen möglichst zeitnah beantwortet werden.
Gesuchte Fachrichtungen und mögliche Verwendungen

Besonders gefragt sind Fachkräfte aus Informationstechnik, Medizin und Pflege, Handwerk und Technik, Logistik, Verwaltung, Ingenieurwesen sowie den Naturwissenschaften. Das deckt sich mit den typischen Verwendungen für Quereinsteiger: IT und Cyber-Sicherheit, technische Spezialverwendungen, Sanitätsdienst, Logistik und Materialbewirtschaftung sowie Forschung und Entwicklung.
Auch im zivilen Bereich ist die Bandbreite groß. Bewerbende mit abgeschlossener Berufsausbildung können unter anderem im Geoinformationsdienst, in der Bundeswehrverwaltung oder im technischen Dienst für Wehrtechnik eingesetzt werden. Kaufmännische Berufsfelder gehören ebenfalls dazu. Hochschulabsolventen können etwa als Ärzte, Juristen oder Psychologen tätig werden und in die Offizierlaufbahn eintreten.
Zur Größenordnung: Die Bundeswehr beschäftigt fast 262.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem militärischen und zivilen Bereich und deckt über 1.000 Berufe ab. Welche Verwendung im Einzelfall passt, richtet sich nach Qualifikation, passender Ausschreibung und Personalbedarf.
Dienstgrad, Vergütung und Entwicklung nach dem Einstieg
Mit einer abgeschlossenen, relevanten Berufsausbildung ist nach den Karriere-FAQ der Bundeswehr ein Einstieg mit höherem Dienstgrad und entsprechend höherem Gehalt möglich. Einen konkreten Eurobetrag für Quereinsteiger nennt die Bundeswehr an dieser Stelle nicht, die Einstufung wird für Laufbahn und Verwendung individuell geprüft.
Einen einheitlichen Dienstgrad nach zwei Jahren Dienstzeit gibt es entsprechend nicht. Wiedereinsteller kehren mit dem bereits erworbenen Dienstgrad zurück, bei Seiteneinsteigern hängt der Dienstgrad von ziviler Qualifikation und Fachverwendung ab.
Nach der Einstellung folgt in jedem Fall die militärische Ausbildung, häufig einschließlich Grundausbildung und gegebenenfalls eines Offizierlehrgangs für den Seiteneinstieg. Fachliches Können ersetzt den militärischen Teil nicht, es verkürzt ihn allenfalls.
Die Laufbahnen bei der Bundeswehr sind durchlässig, Weiterentwicklung und Aufstieg während der Dienstzeit sind möglich. Dazu kommen umfangreiche Aus- und Weiterbildungsangebote, mit denen sich vorhandene Qualifikationen gezielt ausbauen lassen. Für Soldatinnen und Soldaten auf Zeit gilt eine maximale Gesamtverpflichtungszeit von 25 Jahren.
Reserveoffizier-Seiteneinstieg: ein Sonderfall mit Vorgeschichte
Der Seiteneinstieg in die Laufbahn der Offiziere der Reserve des Truppendienstes war zweigeteilt. Entweder forderte der Zieldienstposten ein spezifisches Studium, etwa Medizin für Sanitätsoffiziere oder Jura für den Stabsoffizier Recht, dann kam eine Einstellung nach § 43 Absatz 3 in Verbindung mit § 26 Absatz 2 SLV in Betracht. Oder es wurde allgemein ein Hochschulstudium verlangt, ohne Bindung an einen bestimmten Studiengang, etwa beim Einsatzoffizier oder Einsatzstabsoffizier Streitkräfte.
Beide Varianten hatten dasselbe Problem: lange Wartezeiten zwischen Bewerbung, Assessmentverfahren, Abschluss der allgemeinmilitärischen Ausbildung und Beorderung. Beim Weg nach § 26 SLV kam Ungewissheit über den künftigen Dienstort hinzu. Für viele Interessierte mit abgeschlossener Hochschulausbildung waren das die wesentlichen Gründe, sich gegen ein Engagement in der Reserve zu entscheiden. Im dokumentierten §-26-Verfahren wurden durchschnittlich etwa 50 Übernahmen pro Jahr realisiert.
Zum 1. Juli 2020 wurde dieser Weg vorerst ausgesetzt, um das Verfahren neu zu gestalten. Im Auftrag des Bundesministeriums der Verteidigung arbeiten die für Reservistinnen und Reservisten zuständige Abteilung VI im Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr und das Kompetenzzentrum für Reservistenangelegenheiten daran, Bewerbungs- und Übernahmeverfahren zu vereinfachen und zu beschleunigen. Ziel ist unter anderem, konkrete Besetzungsmöglichkeiten für Dienstposten über die Karriereplattform der Bundeswehr anzubieten, sodass Interessierte den möglichen Beorderungstruppenteil und Dienstort schon vor der Übernahme kennen.
Für Sie als Quereinsteiger heißt das: Informationen zu diesem Weg sind teilweise veraltet. Klären Sie den aktuellen Stand im Beratungsgespräch, bevor Sie eine Entscheidung darauf aufbauen.
Der nächste konkrete Schritt
Sammeln Sie zuerst Ihre Nachweise: Schulabschluss, Ausbildungs- oder Studienabschluss, Zeugnisse über Berufserfahrung und, falls vorhanden, Ihre früheren Dienstzeitunterlagen. Damit lässt sich einschätzen, welche Laufbahngruppe realistisch ist.
Vereinbaren Sie danach ein Gespräch mit der Karriereberatung der Bundeswehr. Für militärische Laufbahnen ist dieser Schritt ohnehin verpflichtend, und nur dort erfahren Sie, welche Fachverwendung zu Ihrem Profil aktuell offen ist. Für zivile Stellen führt der Weg über das Online-Bewerbungsportal.
Häufig gestellte Fragen
Kann man als Quereinsteiger zur Bundeswehr oder dort arbeiten?
Ja. Ein Quereinstieg ist mit abgeschlossener Ausbildung, Studium oder einschlägiger Berufserfahrung möglich, und zwar sowohl militärisch als auch zivil. Für eine militärische Bewerbung führt der Weg zunächst über die Karriereberatung und anschließend über das Auswahlverfahren.
Welche militärischen Laufbahnen stehen Quereinsteigern mit Berufserfahrung offen?
Je nach Schulabschluss und Qualifikation kommen Mannschaften, Unteroffiziere, die Feldwebel- beziehungsweise Bootsmannlaufbahn, der Fachdienst und verschiedene Offizierwege infrage. Der militärfachliche Dienst nach §§ 43 bis 47 SLV ist dabei der einzige Offizierweg ohne Hochschulreife und deshalb für viele Fachkräfte der interessanteste Ansatzpunkt.
Welche zivilen Stellenangebote gibt es für Quereinsteiger bei der Bundeswehr?
Zivile Möglichkeiten bestehen unter anderem in Verwaltung, Technik, IT, Forschung und Entwicklung sowie in kaufmännischen Berufsfeldern. Für zivile Laufbahnen und Tarifstellen bewerben Sie sich grundsätzlich online, danach folgt das Auswahlverfahren mit Bewerbungsgespräch.
Welche Quereinsteiger und Berufe werden bei der Bundeswehr gesucht?
Besonders gefragt sind Fachkräfte aus Informationstechnik, Medizin und Pflege, Handwerk und Technik, Logistik, Verwaltung, Ingenieurwesen und Naturwissenschaften. Je nach Bedarf kommen Verwendungen in Cyber-Sicherheit, im Sanitätsdienst, in der Materialbewirtschaftung und in der Forschung hinzu.
Kann man mit 40 oder 50 noch zur Bundeswehr, oder ist es dann zu spät?
Ein Alter von 40 oder 50 Jahren schließt einen Wechsel nicht grundsätzlich aus, im zivilen Bereich ohnehin nicht. Im militärischen Dienst ist die Einstellung als Soldatin oder Soldat auf Zeit grundsätzlich bis zum vollendeten 62. Lebensjahr möglich, für Offiziere im Sanitäts-, Militärmusik- und Geoinformationsdienst gilt eine Grenze von 65 Jahren. Entscheidend bleiben Laufbahn und Ausschreibung.
Ist es möglich, als Quereinsteiger Offizier der Bundeswehr zu werden?
Ja, bei passender ziviler Qualifikation und vorhandener Fachverwendung. Ein Bachelorabschluss kann nach § 25 Absatz 1 und 2 SLV zu einer Einstellung als Oberleutnant berechtigen, Masterabschlüsse oder Staatsexamina können zu einer Stabsoffizierverwendung führen. Ohne Hochschulreife bleibt der militärfachliche Dienst nach §§ 43 bis 47 SLV der relevante Weg.
Wie wird Berufserfahrung angerechnet und welchen Dienstgrad hat man nach zwei Jahren?
Eine relevante Berufsausbildung kann nach den Karriere-FAQ der Bundeswehr einen Einstieg mit höherem Dienstgrad und Gehalt ermöglichen. Wiedereinsteller werden mit ihrem bereits erworbenen Dienstgrad eingestellt, bei Seiteneinsteigern richtet sich der Dienstgrad nach ziviler Qualifikation und Fachverwendung. Einen einheitlichen Dienstgrad nach zwei Jahren gibt es daher nicht.
Was verdient man bei der Bundeswehr als Quereinsteiger?
Einen pauschalen Eurobetrag für Quereinsteiger nennt die Bundeswehr nicht. Klar ist nur, dass eine relevante Berufsausbildung einen Einstieg mit höherem Dienstgrad und entsprechend höherer Vergütung ermöglichen kann. Die konkrete Einstufung wird für Laufbahn und Verwendung geprüft.
Wie läuft die Bewerbung als Quereinsteiger bei der Bundeswehr ab?
Bei militärischen Laufbahnen steht zuerst das Gespräch mit der Karriereberatung an. Danach werden die Unterlagen zusammengestellt und an ein Karrierecenter oder das Assessmentcenter für Führungskräfte weitergeleitet. Das Auswahlverfahren umfasst je nach Laufbahn computergestützte Tests, ein Bewerbungsgespräch, eine medizinische Untersuchung und weitere Eignungsprüfungen.
Welche formalen Voraussetzungen gelten für militärische Quereinsteiger?
Erforderlich sind grundsätzlich die deutsche Staatsangehörigkeit, die laufbahnspezifische Schulbildung beziehungsweise Qualifikation und eine bestandene Musterung. Das Mindestalter liegt bei 17 Jahren, Minderjährige benötigen die schriftliche Zustimmung der Erziehungsberechtigten.

Quellen
6.840 Fragen in 684 Übungen und 18 Kategorien, dazu 24 Probetests mit Zeitlimit, ein Persönlichkeitstest und ein KI-Assistent. Die ersten Übungen und drei Probetests sind kostenlos.



