Der Heimatschutz ist der Teil der Bundeswehr, der im Inland arbeitet: Schutz kritischer Infrastruktur, Unterstützung ziviler Behörden bei Katastrophen, Sicherung von Transportwegen für eigene und verbündete Truppen. Getragen wird er überwiegend von Reservistinnen und Reservisten, die neben Beruf, Studium oder Familie dienen.
Für Einsteigerinnen und Einsteiger ohne Bundeswehrerfahrung ist das interessant, weil der Zeitaufwand planbar ist und der Dienst regional stattfindet. Auslandseinsätze sind für Heimatschutzkräfte grundsätzlich nicht vorgesehen. Dieser Artikel erklärt Auftrag, Struktur, Voraussetzungen, Ausbildung, Bezahlung und den konkreten Bewerbungsweg.
Was der Heimatschutz der Bundeswehr ist
Der Begriff beschreibt laut Bundeswehr den Schutz und die Verteidigung des eigenen Staatsgebiets. Dazu gehört die Abwehr militärischer Bedrohungen ebenso wie Hilfe in Krisenlagen, etwa bei Naturkatastrophen, großflächigen Stromausfällen oder Pandemien. Wenn die Ressourcen ziviler Behörden an ihre Grenzen stoßen, unterstützt die Bundeswehr im Rahmen der Amtshilfe.
Neben Landes- und Bündnisverteidigung ist der Heimatschutz nach Darstellung der Bundeswehr ein zentraler Bestandteil der nationalen Sicherheitsvorsorge. Die Heimatschutzkräfte spielen außerdem eine wichtige Rolle im sogenannten Operationsplan Deutschland.
Wesentlich für die Einordnung: Der Einsatzraum ist Deutschland. Wer sich für den Heimatschutz entscheidet, wählt einen heimatnahen Weg. Das unterscheidet ihn deutlich vom klassischen aktiven Dienst mit bundesweiter Verwendung und möglicher Auslandsverpflichtung.
Getragen wird die Truppe von der Reserve. Reservistinnen und Reservisten leisten ihren Beitrag abhängig von Ausbildung, Beruf und verfügbarer Zeit. Der Dienst ist damit weniger dauerhaft angelegt als eine volle militärische Laufbahn, aber verbindlich organisiert.
“Der Schutz unseres Landes ist eine Aufgabe, die wir nur mit einer starken Reserve leisten können.” — Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius
Aufgaben: Was Heimatschutzkräfte im Inland leisten

Die Bundeswehr fasst den Auftrag in vier Felder. Objektschutz steht dabei an erster Stelle: Heimatschutzkräfte sichern kritische Infrastruktur wie Häfen, Flughäfen, Bahnlinien, Brücken, Energieanlagen und digitale Netze. Auch die Drohnenabwehr gehört dazu.
Beim Host Nation Support geht es um die Bewegungsfreiheit eigener und verbündeter Streitkräfte innerhalb Deutschlands. Heimatschutzkräfte unterstützen bei Transport und Sicherung und sichern die Rückführung, etwa von beschädigtem Material, Verwundeten und Kriegsgefangenen. Diese Aufgabe hat mit Blick auf die Bündnisverteidigung an Gewicht gewonnen.
Die Katastrophenhilfe ist der Bereich, den die Öffentlichkeit am ehesten kennt. Heimatschutzkräfte unterstützen zivile Behörden bei der Bewältigung von Naturkatastrophen und bedrohlichen Großschadensereignissen. Diese Amtshilfe ist im Grundgesetz klar geregelt.
Viertes Feld ist die Ausbildung: Heimatschutzkräfte bilden neue Soldatinnen und Soldaten aus und sorgen für den eigenen Nachwuchs. Erfahrene Reservisten geben ihr Wissen also direkt an die nächste Generation weiter, statt dass diese Aufgabe vollständig bei aktiven Verbänden liegt.
Struktur: Heimatschutzdivision, Regimenter und Kompanien
Die Heimatschutzdivision wurde im April 2025 als zentrale Führungsebene aufgestellt. Vorher wurden die bereits bestehenden Heimatschutzregimenter und Heimatschutzkompanien von den Landeskommandos geführt. Sitz des Divisionskommandeurs und seines Stabes ist Berlin.
Stand 2026 führt die Division sechs Heimatschutzregimenter mit insgesamt **60 Heimatschutzkompanien an 42 Standorten in Deutschland. Damit kann sie nach eigenen Angaben schnell auf Krisensituationen im Inland reagieren. Getragen wird die Struktur überwiegend von nichtaktivem Personal; rund 500 Berufs- und Zeitsoldatinnen und -soldaten bilden über alle Ebenen hinweg das Stamm- und Unterstützungspersonal.
Die Sollstärke einer Heimatschutzkompanie wird mit 135 Soldatinnen und Soldaten angegeben. Historisch gehen diese Einheiten auf die Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskräfte (RSU) zurück, deren Kompanien in vielen Regionen den Kern der heutigen Struktur bildeten. Der Begriff RSU begegnet Interessierten deshalb noch häufig, wenn ältere Beschreibungen der territorialen Reserve zitiert werden.
Zu jedem Heimatschutzregiment gehört eine Ausbildungskompanie. Dort werden Frauen und Männer, die sich für bis zu zwölf Monate zum Dienst an der Waffe bereiterklären, ein halbes Jahr lang militärisch für die Landesverteidigung ausgebildet.
Wo die Heimatschutzregimenter stehen
Die Regimenter sind über das Bundesgebiet verteilt, sodass Heimatschutzkompanien möglichst wohnortnah aufgestellt werden können. Das Bundeswehr-Journal hat unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung die Aufstellungstermine zusammengetragen:
| Heimatschutzregiment | Indienststellungstermin | Standort |
|---|---|---|
| Heimatschutzregiment 1 | 30. April 2022 | München (Umzug nach Roth seit 1. Januar 2024) |
| Heimatschutzregiment 2 | 1. Oktober 2023 | Münster |
| Heimatschutzregiment 3 | 1. April 2024 | Nienburg |
| Heimatschutzregiment 4 | 1. Oktober 2024 | Alt Duvenstedt |
| Heimatschutzregiment 5 | 1. April 2025 (Beginn der Aufstellung 1. Oktober 2024) | Ohrdruf (Thüringen) |
| Heimatschutzregiment 6 | Ab 1. April 2025 (Aufstellung durch Kommando Heer) | Nicht spezifiziert |
Nach den aktuellen Standortangaben der Bundeswehr liegt das Heimatschutzregiment 6 in Möckern in Sachsen-Anhalt. Die Division selbst sitzt in der Julius-Leber-Kaserne in Berlin.
Voraussetzungen: Wer zum Heimatschutz darf
Die Grundvoraussetzungen sind überschaubar, aber verbindlich. Gefordert sind die deutsche Staatsangehörigkeit, körperliche und geistige Fitness sowie ein einwandfreies Führungszeugnis. Hinzu kommt eine positive Sicherheitsüberprüfung, die der Militärische Abschirmdienst (MAD) durchführt. Ohne dieses Votum ist ein Dienst im Heimatschutz nicht möglich.
Beim Alter kursieren unterschiedliche Angaben. Maßgeblich sind die offiziellen Bundeswehr-Seiten: Für den Beginn der Ausbildung im Heimatschutz gilt eine Spanne von 18 bis 57 Jahren. Wer diese Grenze überschreitet, kann nicht mehr neu in die Ausbildung einsteigen. Das ist etwas anderes als die allgemeinen Regeln für bereits bestehende Reservistenverhältnisse, bei denen der Reservedienst grundsätzlich bis zum 65. Lebensjahr möglich ist.
Vor der Einstellung steht ein Eignungsfeststellungsverfahren. Geprüft werden nach Angaben des Territorialen Führungskommandos der Bundeswehr unter anderem die körperliche Leistungsfähigkeit sowie der Nachweis bestimmter Fähigkeiten, etwa im Sanitätsdienst. Eine Grundfitness wird bei allen vorausgesetzt. Entsprechende Qualifikationen lassen sich beim Reservistenverband erwerben, der dafür auch Nachweise ausstellt.
Kurz gesagt: Aufgenommen wird nicht automatisch jede Bewerberin und jeder Bewerber. Neben der persönlichen Eignung muss der gewünschte Einstieg zum Bedarf und zur vorgesehenen Verwendung passen.
Die Wege in den Heimatschutz
Es gibt drei Hauptzugänge: den Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz, die Ausbildung Ungedienter ohne militärische Vorerfahrung und den Wiedereinstieg ehemaliger Soldatinnen und Soldaten.
Freiwilliger Wehrdienst: “Dein Jahr für Deutschland”
Der Freiwillige Wehrdienst im Heimatschutz wird unter dem Motto “Dein Jahr für Deutschland” beworben. Es handelt sich um ein einjähriges Engagement, das sich besonders für Menschen vor Berufsstart, Studium oder in einer beruflichen Auszeit eignet.
Der Ablauf ist klar gegliedert. Laut der offiziellen Stellenausschreibung der Bundeswehr vom 2. Januar 2025 folgen auf drei Monate militärische Grundausbildung vier Monate fachspezifische Ausbildung. Danach stehen fünf Monate Reservedienst, die flexibel innerhalb von sechs Jahren abgeleistet werden können. Die Verwendung erfolgt möglichst im regionalen Umfeld, Auslandseinsätze sind ausgeschlossen.
Mit dieser Aufteilung unterscheidet sich der Weg spürbar vom gewöhnlichen Freiwilligen Wehrdienst, bei dem Dienstzeit und Organisationsbereich frei gewählt werden und ab einer bestimmten Dienstdauer die Bereitschaft zu Auslandseinsätzen dazugehört.
Ausbildung Ungedienter ohne Vorerfahrung
Wer noch nie bei der Bundeswehr war, muss nicht zwölf Monate am Stück einplanen. Für Ungediente gibt es eine modulare Ausbildung, die gezielt neben dem Zivilberuf läuft. Die Bundeswehr beschreibt dafür zwei Ausbildungsblöcke von jeweils zehn Tagen.
Das Projekt begann in Bayern und erwies sich als Erfolgsmodell für die Heimatschutzkompanien. Inzwischen läuft es auch in Nordrhein-Westfalen, wo beim Landeskommando über 600 Bewerbungen für diese Ausbildung eingingen. Am Ende des ersten Abschnitts steht das feierliche Gelöbnis.
“Das feierliche Gelöbnis ist vielleicht sogar der wichtigste Tag.” — Oberst Jens Teichmann, Kommandeur des Heimatschutzregiments 2 in Münster
Rückkehr ehemaliger Soldatinnen und Soldaten
Wer bereits gedient hat, bringt die militärischen Grundlagen mit und kann direkt in die Reserve zurückkehren. Grundsätzlich gehören ehemalige Soldatinnen und Soldaten ohnehin zur Reserve, sofern sie ihren Dienstgrad nicht verloren haben. Ob daraus ein Dienst im Heimatschutz wird, entscheidet die Beorderung auf einen konkreten Dienstposten in einer Heimatschutzkompanie. Erst mit dieser Zuordnung zur territorialen Reserve wird aus der grundsätzlichen Verfügbarkeit ein fester Platz in der Struktur.
Ausbildung: Inhalte und Ablauf

Die Ausbildung im Heimatschutz deckt das ganze soldatische Handwerk ab, das für Sicherungsaufgaben im Inland nötig ist. Dazu gehören der Umgang mit Handwaffen und das Schießen, Wach- und Sicherungsausbildung, Raum- und Objektschutz, Gefechts- und Geländedienst, Sanitätsausbildung, ABC-Abwehr, Fernmeldeausbildung und die körperliche Leistungsfähigkeit. Hinzu kommen politische Bildung, Innere Führung und Formaldienst.
Strukturiert wird das im Programm “Allgemeine Streitkräftegemeinsame Soldatische Ausbildung” (ASSA). Das Bundeswehr-Journal beschreibt die Gliederung in vier Module:
| Modul | Schwerpunkt | Inhalt |
|---|---|---|
| Modul 1 | Soldatische Grundlagen | Umgang mit Handwaffen, Grundlagen Fernmeldeausbildung |
| Modul 2 | Wach- und Schießausbildung | Wachaufgaben, Schießtraining |
| Modul 3 & 4 | Soldatisches Handwerk im Feld | Tarnen, Bewegungsarten, Orientierung im Gelände, Sicherung der eigenen Truppe, Feuerkampf |
Die Ausbildung Ungedienter setzt bewusst Prioritäten. Im Mittelpunkt steht der sichere Umgang mit der Handwaffe, ergänzt um Trocken- und Gefechtsdienst, Wachausbildung und scharfes Schießen. Am Ende steht eine Bewertung, ob die Ausbildungs- und Tätigkeitsnummer Wach- und Sicherungssoldat zuerkannt werden kann.
“Wir haben uns auf das Wesentliche beschränkt, nämlich den sicheren Umgang mit der Handwaffe. Das müssen die Soldaten am Ende können.” — Hauptfeldwebel André P., Ausbilder im Heimatschutzregiment 2, gegenüber dem Reservistenverband
Ein Punkt, den viele unterschätzen: Ein Teil des Lernens findet zu Hause statt. Dienstgradabzeichen oder das NATO-Alphabet werden im Selbststudium erarbeitet, damit die Präsenzzeit für Praxis bleibt. Nach der Grundausbildung folgt die Spezialausbildung beziehungsweise die Dienstpostenausbildung, die für die konkrete Fachverwendung in der Heimatschutzkompanie qualifiziert.
Zeitaufwand und Vereinbarkeit mit dem Beruf
Der reguläre Aufwand nach abgeschlossener Ausbildung ist überschaubar. Reservistendienstleistende (RDL) im Heimatschutz sollen laut Bundeswehr in der Regel bis zu 14 Tage pro Jahr für Übungen einplanen, um ihre militärischen Fähigkeiten aufzufrischen. Dazu können bei Naturkatastrophen kurzfristige Einsätze im Rahmen der Amtshilfe kommen.
Beim Freiwilligen Wehrdienst werden die fünf Monate Reservedienst innerhalb der sechsjährigen Beorderungszeit flexibel und möglichst heimatnah geleistet. Die Bundeswehr sichert dafür in der offiziellen Ausschreibung eine persönliche Abstimmung zur Heimatnähe zu.
Die Ausbildung Ungedienter ist bewusst blockweise organisiert und läuft überwiegend an Wochenenden. Der Staatsanzeiger porträtierte einen 48-jährigen Teilnehmer, der freiberuflich im Artenschutz und als Intensivpfleger arbeitet und alle Ausbildungsblöcke parallel zum Beruf absolviert. Ein 24-jähriger Kamerad aus derselben Ausbildung berichtete, dass sein Vater als Arbeitgeber im Familienbetrieb voll hinter der Ausbildung stehe.
“Freiheit fällt halt nicht vom Himmel.” — Oliver, Teilnehmer an der Ausbildung für Ungediente, im Staatsanzeiger
Genau dieser Punkt entscheidet in der Praxis: Arbeitgeber sind grundsätzlich nicht verpflichtet, Beschäftigte für freiwillige Übungen oder Einsätze freizustellen. Wer im Heimatschutz dienen will, sollte Termine früh ansprechen und schriftlich abstimmen, statt kurzfristig um Urlaub zu bitten.
Vergütung, Leistungen und Absicherung
Die Bezahlung hängt von der Dienstphase ab. Für den Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz nennt die offizielle Stellenausschreibung der Bundeswehr vom 2. Januar 2025 monatlich zwischen 1.384,- € und 1.914,- € netto, dazu Kinderzuschläge und eine vollständig von der Bundeswehr getragene Sozialversicherung. Genannt werden außerdem 30 Tage Urlaub im Jahr, dienstfreie Tage am 24. und 31. Dezember sowie Freizeitausgleich für Überstunden.
Im späteren Reservedienst greift ein anderes System. Nach dem Unterhaltssicherungsgesetz (USG) bekommen Reservistendienstleistende entweder den Nettoverdienstausfall erstattet, hier sind höchstens 301 Euro pro Tag möglich, oder sie erhalten einen Tagessatz zuzüglich Reservistendienstleistungsprämie. Dieser Betrag beläuft sich je nach Dienstgrad und Familienstand auf rund 100 Euro pro Tag.
Die offiziellen Bewerbungsunterlagen der Bundeswehr führen für die Mindestleistungen nach dem USG folgende Beispiele auf:
| Komponente | Stabsgefreiter bis Unteroffizier vglb. | Hauptfeldwebel vglb. | Hauptmann vglb. | Oberstleutnant vglb. |
|---|---|---|---|---|
| Mindestleistung pro Tag (kein Kind) | 69,86 € | 77,33 € | 90,38 € | 93,56 € |
| Mindestleistung pro Tag (ein unterhalts-berechtigtes Kind) | 82,12 € | 96,79 € | 112,24 € | 115,47 € |
| Mindestleistung pro Tag (zwei unterhalts-berechtigte Kinder) | 85,93 € | 117,81 € | 136,30 € | 139,58 € |
| zzgl. Auslandszuschlag | 13,25 € | 14,27 € | 15,29 € | 16,32 € |
| zzgl. Reservistendienst-leistungsprämie | 21,59 € | 24,38 € | 25,91 € | 27,15 € |
Wer viel Dienst leistet, kann zusätzlich profitieren. Nach den Angaben der Bundeswehr zum USG können Reservistendienst Leistende von der Dienststelle eine Verpflichtungsvereinbarung über mindestens 33 Tage Reservistendienst im Kalenderjahr erhalten. Nach Erfüllung wird ein Zuschlag von 35 Euro je Tag gezahlt, höchstens jedoch 1.470 Euro je Kalenderjahr. Die Annahme muss vor dem 15. Tag Reservistendienst im Kalenderjahr beim Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr eingehen. Ohne diese Verpflichtung beträgt der Zuschlag 70 Euro je Tag, höchstens jedoch 700 Euro je Kalenderjahr.
Abgesichert ist der Dienst auch sozial: Die Bundeswehr übernimmt für die Dauer der Reservistendienstleistung die Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung, und es besteht Anspruch auf unentgeltliche truppenärztliche Versorgung. Für die Zeit des freiwilligen Reservistendienstes gilt zudem sechs Wochen lang ein besonderer Kündigungsschutz. Kündigungen aus dringenden betrieblichen Gründen bleiben davon unberührt.
Bewerbung: die nächsten Schritte
Der Einstieg unterscheidet sich danach, ob bereits militärische Erfahrung vorliegt.
Ohne Vorerfahrung sind die Karriereberaterinnen und Karriereberater der Bundeswehr die erste Anlaufstelle. Im Gespräch werden die eigenen Vorstellungen und der Bedarf der Bundeswehr abgeglichen. Termine lassen sich über die Beratungsstellen vereinbaren, telefonisch über die Hotline 0800 980 08 80. Die Bewerbung selbst startet online über ein Profil auf der Karriereseite der Bundeswehr; die Karriereberatung meldet sich anschließend zur Terminvereinbarung.
Ehemalige Soldatinnen und Soldaten wenden sich direkt an das Karrierecenter der Bundeswehr in dem Bundesland, in dem sie ihren Wohnsitz haben. Von dort wird geklärt, welche Beorderung im Heimatschutz möglich ist.
Danach folgen je nach Einstieg die gesundheitliche Eignung, die Prüfung der körperlichen Leistungsfähigkeit und die Sicherheitsüberprüfung. Wer diese Schritte durchläuft, sollte parallel zwei Dinge vorbereiten: ein Gespräch mit dem Arbeitgeber über die geplanten Abwesenheiten und eine ehrliche Einschätzung der eigenen Grundfitness. Beides entscheidet oft mehr über den Verlauf als die formalen Unterlagen.
Konkreter erster Schritt: Beratungstermin vereinbaren und dabei fragen, welche Heimatschutzkompanie in Wohnortnähe Bedarf hat und wann der nächste Ausbildungsblock startet.
Häufig gestellte Fragen
Wer darf zum Heimatschutz der Bundeswehr?
Infrage kommen Interessierte mit deutscher Staatsangehörigkeit, körperlicher und geistiger Fitness, einwandfreiem Führungszeugnis und positiver Sicherheitsüberprüfung. Für den Beginn der Ausbildung nennen die offiziellen Bundeswehr-Seiten 18 bis 57 Jahre. Zusätzlich ist ein Auswahl- beziehungsweise Eignungsfeststellungsverfahren erforderlich.
Wie viel verdient beziehungsweise bekommt man im Heimatschutz?
Die Höhe hängt von Dienstphase, Dienstgrad und Familienstand ab. Für den Freiwilligen Wehrdienst im Heimatschutz nennt die offizielle Ausschreibung der Bundeswehr monatlich 1.384,- € bis 1.914,- € netto. Im späteren Reservedienst greifen die Leistungen nach dem Unterhaltssicherungsgesetz: Der Nettoverdienstausfall wird bis zu 301 Euro pro Tag erstattet, alternativ gibt es einen Tagessatz zuzüglich Reservistendienstleistungsprämie von rund 100 Euro pro Tag.
Wie komme ich zum Heimatschutz der Bundeswehr?
Wer noch nicht bei der Bundeswehr war, vereinbart ein Beratungsgespräch mit der Karriereberatung und startet die Bewerbung online. Ehemalige Soldatinnen und Soldaten wenden sich an das Karrierecenter des Bundeslandes, in dem sie wohnen. Danach folgen je nach Einstieg Auswahlverfahren, gesundheitliche Eignung und Sicherheitsüberprüfung.
Wo ist der Heimatschutz stationiert und wo gibt es Heimatschutzkompanien?
Die Heimatschutzdivision hat ihren Sitz in Berlin und führt 60 Heimatschutzkompanien an 42 Standorten. Die Regimentsstandorte sind Roth, Münster, Nienburg, Alt Duvenstedt, Ohrdruf und Möckern. Die einzelnen Kompanien sind regional innerhalb dieser Strukturen zugeordnet.
Wie alt darf man beim Heimatschutz sein?
Für den Beginn der Ausbildung gilt nach den offiziellen Bundeswehr-Seiten ein Alter von 18 bis 57 Jahren. Diese Angabe bezieht sich ausdrücklich auf den Ausbildungsbeginn und ist nicht mit den allgemeinen Altersregelungen für bereits bestehende Reservistenverhältnisse zu verwechseln.
Kann jeder zum Heimatschutz?
Nein. Neben Staatsangehörigkeit, Eignung, Führungszeugnis und Sicherheitsüberprüfung muss das Auswahlverfahren bestanden werden. Außerdem muss der geplante Einstieg zum Bedarf und zur vorgesehenen Verwendung passen.
Kann man nebenberuflich bei der Bundeswehr im Heimatschutz arbeiten?
Ja, der Reservistendienst ist grundsätzlich mit einem Zivilberuf vereinbar und wird regional sowie blockweise organisiert. Arbeitgeber sind allerdings nicht verpflichtet, Beschäftigte freizustellen. Abwesenheiten müssen deshalb frühzeitig abgestimmt und genehmigt werden.
Kann ich als Ungedienter zum Heimatschutz gehen?
Ja. Ungediente ohne militärische Vorerfahrung können sich für eine modulare Ausbildung bewerben, die militärische Grundlagen, Waffen- und Wachausbildung sowie Gefechts- und Sanitätsdienst umfasst. Nach erfolgreichem Abschluss ist der Einsatz als Reservistin oder Reservist in einer Heimatschutzeinheit möglich.
Kann ich mit 60 noch Reservist werden?
Für den erstmaligen Einstieg in die Ausbildung des Heimatschutzes nennen die offiziellen Seiten höchstens 57 Jahre bei Ausbildungsbeginn. Ein Neueinstieg mit 60 fällt damit nicht unter diese Voraussetzung. Bereits bestehende Reservisten können grundsätzlich bis zum 65. Lebensjahr Reservedienst leisten; danach ist eine Heranziehung zu Reservedienstleistungen oder dienstlichen Veranstaltungen nicht mehr möglich.
Ist jeder ehemalige Soldat automatisch Reservist?
Grundsätzlich gehören ehemalige Soldatinnen und Soldaten zur Reserve, sofern sie ihren Dienstgrad nicht verloren haben beziehungsweise nicht unehrenhaft entlassen wurden. Die konkrete Zuordnung zur Allgemeinen, Territorialen oder Truppenreserve hängt anschließend von der jeweiligen Beorderung ab.

Quellen
- Heimatschutzdivision – bundeswehr.de
- Die Reserve der Bundeswehr – Was ist das? – bundeswehrkarriere.de
- 02.01.2025 Freiwilliger Wehrdienst im Heimatschutz (m/w/ … – bewerbung.bundeswehr-karriere.de
- Heimatschutz: Neuer freiwilliger Wehrdienst gestartet – bmvg.de
- Freiwilliger Einsatz – sueddeutsche.de
- Bundeswehr stellt Division für Heimatschutz auf – tagesschau.de
6.840 Fragen in 684 Übungen und 18 Kategorien, dazu 24 Probetests mit Zeitlimit, ein Persönlichkeitstest und ein KI-Assistent. Die ersten Übungen und drei Probetests sind kostenlos.


